aktueller Stand…

Nach einigen Tagen mit viel Müdigkeit durch die Zeitumstellung sind nun soweit alle Beiträge hier veröffentlicht.

Der Reisebericht ist nunmehr auch “gedreht” – nun kann man die Reise chronologisch von vorn nach hinten verfolgen.

Auch die Bilder sind nun vollständig.

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Bald gehts los!

27. September 2013:

Noch etwas mehr als eine Woche und dann gehts los mit der Reise. Am 9. Oktober fliegen wir erst einmal nach Shanghai. Bis dahin gibt es noch allerhand zu tun, es liegen bei mir noch ein Lehrgang, das Judo-Festival zum 60. DJB-Geburtstag und zwei Arbeitstage an. Ab 9. Oktober berichte ich dann hier – zumindest soweit ich Internetzugang habe und in China hoffentlich an alles im web rankomme ;-)

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…der erste Tag

9. Oktober 2013

Heute ist Reisetag – und die erste Etappe von Frankfurt (Oder) über Cottbus, Berlin nach Frankfurt am Main ist absolviert. Aber auch die Hürde des Passwortes für diesen blog. Das wäre beinahe schief gegangen!

Wir warten aufs Boarding, in reichlich einer Stunde gehts dann los auf den “langen Kanten”. Es geht uns gut! ;-)

Später dann mehr – so das Internet in China möglich ist.

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Nun ist es endlich soweit. Heute geht die Reise los.

Mittwoch/Donnerstag, 9./10. Oktober 2013

Durch die Reiseplanung wars notwendig, mit dem Auto nach Cottbus zu fahren. Aber 8:00 Uhr zu Hause losfahren – das war schon eine riesige Herausforderung und Stress für mich. Zumal ich in den letzten Nächten sehr lange auf war und alle notwendigen Dinge noch weitestgehend abgearbeitet habe.

Auf dem Weg nach Cottbus kam ich noch in eine Verkehrskontrolle. Ein paar Kilometer hinter Lieberose kam die Kelle. Ich war ganz irritiert. Unmittelbar nach Lieberose war mal 70, aber die Alleen waren zu Ende und es war hier immer 80. Und ich fuhr 81 – mit Tempomat. Also ganz entspannt und regelgerecht – dachte ich! Aber es galt viele Kilometer hinter Lieberose noch immer die 70 – meinten zumindest die Polizisten. Was soll ich da diskutieren? 20,- € Verwarngeld. Schade, der Erziehungseffekt war Null; aber nun ist es halt mein „Blitzer 2013“, da muss ich durch. Der Urlaub fängt echt gut an!

In Cottbus dann alles sehr entspannt. Auto ab in die Garage und schon gings los nach Tegel.

Wir trödelten dort – hatten ja viel Zeit. ABER: wir nutzten die Zeit auch, um den CheckIn bereits vorfristig durchzuführen. Und siehe da! Wie üblich Koffer durchchecken bis Shanghai war unproblematisch und Bordkarten gab es nach anfänglichen Bedenken und Fragezeichen dann doch auch für beide Flüge.

Und wir hatten unsere Wunschplätze! Ich am Fenster, Elke am Gang. Besser geht’s kaum! Und es stellte sich dann heraus, obwohl wir A und C hatten, dass es seitlich nur Zweierreihen gab und wir sogar zusammensaßen.

Nach einem halben Jahr habe ich mir das erste Mal wieder eine Thrombosespritze gesetzt. Soll wohl doch besser sein – aber ich hasse diese Spritzen dennoch!

Der Flug verlief wie immer. Nach eineinhalb Stunden war das Essen durch und es wurde der ganze Flieger auf Nachtruhe umgestellt. Ruhe, nur das Brummen des Fliegers nervte ein bissel – und irgendwann nach Mitternacht ein Kind, dass sich ins Schreien hineinsteigerte. Aber irgendwann fiel es dann auch in den Schlaf der Gerechten.

Ich habe wie immer nur wenig geschlafen. Ich war zwar müde ohne Ende, aber irgendwie geht es im Flieger nicht mit Schlafen. Ich finde nie eine vernünftige Schlafposition. Dennoch schien ich so um die zwei Stündchen mit vielen Unterbrechungen weggedöst zu sein.

Auch in diesem Flieger der China Airline gabs ein großes Multimedia-Programm. Die Filme jedoch höchstens in Englisch – darauf hatte ich nicht so recht Bock. Ich hab ein bisserl Musik gehört, gelesen und gerätselt und am Bord-Monitor gabs auch ein paar Spielchen. Die Zeit verging wie im Fluge – im wahrsten Sinne.

Die Flugdaten konnte man immer gut mitverfolgen. Ich war erstaunt, dass wir zur Ostsee hochflogen und an Rönne vorbei, südlich von Tallinn und St. Petersburg quer durch Russland. Gegen Mitternacht waren wir am Ural, nach fast sechs Stunden Flugzeit flogen wir über Nowosibirsk am Ob und irgendwann gings dann über chinesisches Territorium.

Um vier dann Wecken und Frühstück. Hunger hatte ich noch nicht, aber wer weiß, wann es das nächste gibt. Hier gabs Kaiserschmarrn.

Da es laut Ortszeit bereits gegen 10.00 Uhr ist, strahlt natürlich die Sonne. Allerdings ist China auch vorerst wolkenverhangen. Irgendwann riss der Himmel auf und ich konnte die Landschaft erkennen. Viel, viel Gebirge, kaum Zivilisation.

Als die Gebirge zu Ende waren und das Land eben war, wurde es wieder diesig.

Die ersten Millionenstädte tauchen auf. Fuyang macht so einen Eindruck – eine Stunde vor Shanghai.

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Wir hatten eine durchschnittliche Flughöhe von knapp über 10.000 Metern, flogen so ungefähr 950 – 1000 km/h und hatten in dieser Höhe ca. -55° C. In China stieg diese Temperatur, da waren es nur noch so um die -40° C. Shanghai empfing uns allerdings auch mit wohligen 26° C.

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Dort dann die üblichen Formalitäten. Einreiseschein, Foto bei der Kontrolle – wohin die nur mit diesen Massen an Daten hin wollen? – und dann Gepäck holen. Alles klappte wie am Schnürchen und innerhalb von weniger als einer Stunde waren wir bereits draußen. Dort empfing uns Yangyang, unsere Reiseleiterin für die kommenden zwei Wochen.

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Bevor wir in den Bus stiegen, mussten wir noch 30 km nach Shanghai reinfahren. Was bietet sich da besser an als der Shanghai-Transrapid? Es gibt keine Alternative! Ein sehr bequemer Zug, innerhalb von ca. einer halben Minute von 0 auf 100 und weiteren wenigen Sekunden bis auf 300! Man merkte diese Geschwindigkeit nicht – dazu war es noch sehr leise – und schnell natürlich! – Wir waren gerade mal 10 Minuten unterwegs. – für 30 km!

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Die Fahrt zum Hotel führte uns schon mal an den wichtigsten städtischen Auffälligkeiten vorbei. Diese Mengen an Wolkenkratzern relativiert dann die Höhe schon wieder. Die höchsten Häuser kommen bis an die 500 m ran, der größte Bau, der auch das höchste Gebäude in China sein wird, ist grad im Bau. Der Tower soll mal 630 m hoch werden. Einfach Gigantismus! Eine Skyline, die ist beeindruckend!

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Wir hatten den Nachmittag frei, das heißt drei Stunden. Wir gingen erst mal unter die Dusche, ruhten etwas aus und bummelten dann mal ums Hotel rum. Das Wichtigste: Wasser kaufen! Einen halben Liter pro Person gibt’s zwar gratis, aber wenn man damit Kaffee kocht und Zähne putzt, bleibt nicht mehr viel zum Trinken übrig.  In der Rush-Hour gab es ein tüchtiges Gewühle auf den Straßen. Und dazu noch immer die ganzen Rad- und Mofafahrer. Und was für Fahrzeuge die fuhren! Unser TÜV würde die Krise kriegen!

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Halb 6 trafen wir uns zur Lichterfahrt, ein fakultatives Programm. Es stellte sich heraus, dass sich dieser Programmpunkt enorm lohnte. Aber immer der Reihe nach.

Zunächst gingen wir zum Abendessen in ein chinesisches Restaurant am Bund. Der Bund ist die Kaimauer und Flaniermeile am Fluss Huangpu, auf der einen Seite wundervolle Kolonialbauten, auf der gegenüberliegenden Flussseite diese Skyline mit den höchsten Wolkenkratzern.

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Nach dem Essen hatten wir noch ein halbes Stündchen Zeit zum Bummeln auf dem Bund. Es war eine wunderbare Stimmung. Der heutige Tag war ein sehr warmer Tag und es gab keinen Nebel, Smog oder wie man auch immer diesen Schleier in Shanghai bezeichnen will. Yangyang sagte, dies passiert nur ca. 60 Mal im Jahr!

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Es tummelten sich die Hochzeitspärchen zum Fotografieren – dabei die Bräute im Allgemeinen in Rot und wunderschön! Die Schiffe fuhren auf dem Huangpu, die Skyline erstrahlte im Lichterglanz – es war einfach wunderschön!

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Als nächstes erwartete uns die Altstadt von Shanghai. Sie ist morgen noch einmal Programmpunkt, aber heute eben bei Nacht. Uns überwältigte der Baustil, diese riesigen, wundervoll beleuchteten Häuser, das Geschäftstreiben und die Gerüche. Wir hatten glücklicherweise ein bisschen individuelle Zeit, um uns so manche Ecke genauer anzuschauen. Es war zauberhaft!

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Die nächste Station waren die Hochhäuser der Skyline. Es ist gigantisch, da unter so einem riesigen Haus zu stehen und kaum bis in den Himmel schauen zu können.

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Und Yang-Yang bot uns an, dass wir in den Jin-Mao-Tower bis zur 88. Etage hochfahren könnten. Glücklicherweise wollten das fast alle, also war das gebongt! Und so fuhren wir mit dem Lift nach oben. 88 Etagen in 45 Sekunden, in 340 m Höhe!

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Man spürt es nur, dass der Fahrstuhl sich offensichtlich bewegt, weil der Druckausgleich stattfinden musste. Gähnen, Schlucken und Drücken war an der Tagesordnung. Aber die Fahrt war rasant.

Oben gab es dann einen überwältigenden Ausblick! Der Oriental-Pearl-Tower (Fernsehturm – 468 m hoch) mit den drei Kugeln stand „neben“ uns, wir blickten aber auch auf das World Financial Centre, den sogenannten „Flaschenöffner“, der ständig die Farben änderte. Der Turm ist 492 m hoch. Unser Gebäude hat über 100 Stockwerke und ist 421 m hoch. Das größte Gebäude Chinas jedoch ist noch im Bau. Dieser Turm überragte uns bereits jetzt um viele, viele Meter. Es soll mal 630 m hoch werden.

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Wir hatten einen schönen Blick auf das erleuchtete Shanghai, es war einfach ein Riesenerlebnis.

Abschließend fuhren wir noch auf die wichtigste  Einkaufsmeile  Chinas. Was ich dort erlebte, kannte ich nur aus Ansätzen aus Deutschland. Alle paar Meter sang, tanzte, spielte jemand und unterhielt die Leute. Am amüsantesten waren ältere Herren, die mit einem Kofferradio in der Mitte Karaoke machten und damit eine unheimliche Stimmung verbreiteten. Die Herren rockten die Einkaufsmeile  und zogen Unmengen in den Bann. Alle sangen mit und bejubelten die Akteure. Mittenmang dann immer noch die kleine Bimmelbahn, die die Leute durch die Straße brachte.

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Insgesamt war das ein wundervolles Abendprogramm gleich zu Beginn unserer Reise.

Allerdings sind wir jetzt aber auch total kaputt. Hier ist es gleich Mitternacht, zu Hause bereiten alle das Abendessen vor. Wir sind sechs Stunden voraus und haben jetzt fast 36 Stunden hinter uns, in denen es nur sehr wenig Schlaf gab. Ich bin müde ohne Ende. Aber ich kann nun auch fast neun Stunden schlafen.

IMG_8159 unser Hotel

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Gigantismus pur in Shanghai!

Freitag, 11. Oktober 2013

Am heutigen Morgen ging es als erstes zur Stadtplanungshalle. Auf dem Weg dorthin erklärte uns Yangyang einige chinesische Grundbegriffe. Ni hau war uns bereits bekannt. Die Begrüßungsformel für alles – Guten Morgen, guten Tag, guten Abend! Und wenn wir gefragt würden, wie es uns geht: Ni hau ma? – dann: hau – gut! Oder Hau, hau, hau – sehr gut! ;-)

Amüsant dabei ist vor allem, dass die Chinesen manches etwas kurzatmig, regelrecht bellend sprechen. Gerade dieses „sehr gut“ hört sich dann schon sehr amüsant an.

Und wir sollten nicht tschüss sagen. Das Wort tschüsse bedeutet im chinesischen „Geh zum Teufel!“

Am schwersten zu merken fiel uns das Danke: chiä-chiä. Aber wir werden es noch hinkriegen.

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Die Stadtplanungshalle war überwältigend. Es war uns ja im Voraus gar nicht klar, was uns dort erwartet. Aber in diesem modernen Gebäude gab es ein riesiges Modell des Stadtkerns von Shanghai innerhalb dieses inneren Autobahnrings. Der ist immerhin schon mal 50 km lang. Und dieses Modell zeigt auf rund 600 m² die Planung der Stadt für das Jahr 2020. Es wird wohl noch viel, viel mehr unendlich hohe Häuser geben als jetzt. Die Wohnungen sind äußerst knapp und werden dringend gebraucht.

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Shanghai ist mit 23 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Chinas. Die größte Stadt ist Chongqing mit 32 Millionen Einwohnern. Peking folgt erst als dritte mit etwa 20 Millionen.

Shanghai ist aber auch die teuerste Stadt in China – wobei man Hongkong immer außen vor lässt. Auch nach über zehn Jahren ist der Schritt dieser Stadt noch nicht ganz in China angekommen.

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IMG_8494all die beleuchteten Gebäude sind bereits erbaut, alles andere ist in Planung und soll bis 2020 fertig sein

Zum Beispiel kostet die Zulassung für ein Auto in Shanghai umgerechnet 10.000 €. Dennoch werden ca. sechs- bis neuntausend Autos im Monat zugelassen. Man regelt durch diese hohen Kosten die Menge an Zulassungen. In Shanghai gibt es etwa 6,5 Millionen Fahrzeuge, davon jedoch nur 1,5 Millionen Privatfahrzeuge. Diese hohen Preise übersteigen gewöhnlich die Anschaffungskosten für ein Auto. Deshalb gibt es auch überwiegend große, teure Autos, selten kleine Pkws.

Nach der Stadtplanungshalle war ein Seidenmuseum unsere nächste Station an diesem Tag. Der Chinese Daniel – er bemerkte es amüsiert, dass er einen deutschen Namen trägt – führte uns durch das Museum. Die Herstellung von Seide hat in China eine 5.000 Jahre alte Tradition. Daraus sind auch die beiden Seidenstraßen entstanden. Einmal der Seeweg in Richtung Europa und einmal der Landweg.

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Die beste Qualität der Seidenfäden erhält man, wenn die Raupen Maulbeerbaumblätter fressen. Ein Schmetterlingspaar legt 300-400 Eier und daraus schlüpfen vier Tage später kleine Raupen. Nach der Paarung versterben die Schmetterlinge. Eine erwachsene Raupe ist am Ende 10.000 Mal größer als die Babys. Sie produzieren den Seidenfaden und spinnen sich damit ein. Dieser Kokon wird dann genommen und der Faden „abgewickelt“.  Insgesamt ist ein solcher Zyklus ca. 50 Tage lang. Solch ein Faden soll ca. 7 Mikrometer dick sein, ist innen hohl und hat dadurch diese guten Eigenschaften, dass er gut kühlt und gut wärmt.

Von diesen einzelnen Fäden werden dann 8-10 zusammengedreht, danach weitere, sodass man gute Seide bis zu 100 Fäden stark ist.

Aus einem Kokon erhält man einen Faden bis zu 1000 m Länge.

Daniel erklärte uns auch, wie man echte Seide erkennt. Er zündete unechte Seide an. Die brannte und zog nach dem Ausmachen der Flamme dicke Fäden. Die echte Seide brennt nicht, das Feuer geht sofort aus und es ziehen sich auch keine Fäden aus dem heißen Material sondern es bleibt nur etwas Asche übrig. Ob man das nun beim Einkaufen wirklich prüfen kann, wage ich zu bezweifeln. ;-)

Uns wurde auch gezeigt, wie man die doppelten oder “Zwillings”-Kokons verarbeitet. Sie werden manuell im Wasserbad geöffnet und danach über eine “Haube” gezogen.

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Am Ende der Führung gab es einen riesigen Laden. Erst wurden uns Betten gezeigt und Bettwäsche. Die Betten sollen milbenfrei und staubfrei sein und haben eine Lebensdauer von ca. 10-15 Jahren. Die Betten waren eigentlich gar nicht so teuer.  Für ca. 80 Euro hätte man dies Zudecken bekommen können. Aber die Bettwäsche dazu war für meine Begriffe sehr teuer. Man musste für einen normalen Bezug mit ca. 200 Euro rechnen. Aber es gab auch Bekleidung. Tücher in den schönsten Varianten, Blusen, Jacken, Hemden, Krawatten, Schlafwäsche, einfach alles! Wir probierten und suchten und viele fanden das passende Souvenir für sich.

Nach dem Mittagessen in einem Hotel fuhren wir noch einmal zur Altstadt. Jetzt konnten wir Yangyangs Kommentar vom Vortag auch verstehen, dass die Altstadt am Tag ohne Beleuchtung wie Sozialismus aussieht und am Abend mit Beleuchtung wie Kapitalismus. Es war alles durchaus noch überwältigend, aber nicht mehr so zauberhaft wie am Vorabend.

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Von der Altstadt aus gingen wir in den Yu-Garten. Dies ist ein Privatgarten, der „Garten des Erfreuens“, mit Pavillions, Felsen und Teichen und ist ein klassischer chinesischer Garten.  Ein besonderer Stein ist dort ausgestellt, er hat 72 Löcher. Wenn man von oben Wasser hineingießt, kommt es aus allen 72 Löchern heraus, stellt man Räucherstäbchen darunter, kommt der Rauch ebenso aus allen Löchern.

Der Garten bot viele wunderschöne Fotomotive. Beindruckend waren die Steine und kleinen Felsen, mittendrin immer wieder Wasser.

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Wir hatten noch etwas Zeit und genossen einen Latte in der Sonne vor dem Starbucks, inmitten der alten chinesischen Häuser der Altstadt.

Anschließend fuhren wir noch einmal zum Bund, der Kaimauer mit dem Blick auf die Skyline von Shanghai.Auch hier gab es ein völlig neues Bild bei Tageslicht.

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Danach gings erst einmal zurück zum Hotel.

Wir kauften noch etwas ein und kamen an verblüffender “Straßendekoration” vorbei.

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Wir hatten das fakultative Ausflugsprogramm gebucht und hatten somit am Abend eine Akrobatikshow vor uns. Wir waren von den zirzensischen Darbietungen total überwältigt. Ich hielt oft den Atem an, weil die Artisten keine Sicherung hatten, aber ziemlich hoch oben ihre Darbietung zeigten. Am Ende dann eine Motorradnummer, bei der wir kaum Worte fanden. In einer großen Kugel auf der Bühne fuhren am Ende sieben!!!! Motorradfahrer gemeinsam! Die notwendige Koordination war enorm, da die Räder sich auch oft kreuzten. Wir waren insgesamt sehr begeistert.

Bei unserer Rückkehr kurz vor 22:00 Uhr haben wir uns zu sechst kurzerhand nochmal auf den Weg gemacht, um noch etwas zu essen. Wir landeten letztendlich in einem Hot-Pot-Restaurant. In der Tischmitte war ein Loch, in das eine Schüssel gestellt wurde mit einer Flüssigkeit, in dem man dann das Essen garen konnte. Das Ganze war uns jedoch etwas zu kompliziert, da wir nicht wussten, was man dazu alles bestellen musste und wir an einem nicht-englisch-sprechenden Kellner verzweifelt sind. Wir bestellten uns fertige Menüs, die sehr gut geschmeckt haben. Ich hatte zwar Hühnchen bestellt, das kalt war – aber mit Knochen serviert wurde und dick mit Knofi angerichtet war! – aber wir  kosteten aus allen Pfannen. Für das Ganze, einschließlich reichlich Bier für uns alle, bezahlten wir am Ende ca. 420 Yuan, das sind umgerechnet reichlich 50 Euro – zu sechst!

Hier noch einige Impressionen von Kunst im Alltag – hier auf Gehwegen:

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Auf dem Rückweg staunten wir nicht schlecht, als an uns ein Radfahrer vorbeifuhr. Er hatte auf einen Hänger einen riesigen Berg mit Material geladen und balancierte diese Fuhre vorsichtig durch die Nacht.

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Eine Besonderheit amüsierte uns am späten Nachmittag noch. Yangyang sagte uns, dass es durchaus üblich sei, dass die Chinesen auch gern mal im Schlafanzug und Badeschlappen auf die Straße gingen. Wir konnten es kaum glauben! Aber wir erlebten es wirklich selbst! Es ist unglaublich, in solch einer Millionenstadt Menschen mit so persönlicher Kleidung im Straßenbild zu sehen.

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Zugfahrt weit ins Land…

Samstag, 12. Oktober 2013

Der heutige Tag war recht erholsam. Wir fuhren mit dem Schnellzug zu unserem Schiff in Yichang, und das acht Stunden lang! Wir fuhren bis zu einer Geschwindigkeit von ca. 300 km/h letztendlich weit über 1000 km. Wenn man sich diese Strecke bei uns vorstellt, ist das mal so etwa von Berlin bis mindestens zum Balaton oder bis zum Gardasee.

Den Vormittag vertrödelten wir noch etwas. Irgendwie ist der Jetlag noch nicht ganz durch und ich war ganz froh, noch ein halbes Stündchen ruhen zu können. Danach gings mit dem Bus zum Bahnhof und wir kamen zu einem der hochmodernen riesigen Bahnhöfe, die es hier offensichtlich sehr häufig gibt.

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Verkäuferinnen in einem Geschäft

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Das übliche Procedere des Einsteigens beinhaltet auch immer, dass das Gepäck geprüft wird wie am Flughafen. Auch lässt man die Passagiere auch immer erst zum Einsteigen auf den Bahnsteig. Das Einsortieren in den Zug war nicht so einfach. Wir hatten ja alle unsere großen Koffer dabei. Dennoch waren die Plätze sehr großzügig und  wir uns gut bewegen.

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Dennoch: acht Stunden können ziemlich lang sein. Aber wir schwatzten immer mal, ich schrieb blog und bearbeitete die Fotos – und irgendwann nickte ich auch ein wenig weg. Wir fanden uns auch als Gruppe immer besser. 18 tolle Leute werden durch so eine Reise gut vereint.

An unserer Endstation wurden wir wieder von einem Bus „eingefangen“. Und die Kofferträger brachten uns unser Gepäck zum Bus.

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Eine reichliche halbe Stunde gings dann zum Hafen. Unserem neuen Reiseführer Li mussten wir sehr, sehr genau zuhören, man verstand ihn nicht so sehr gut. Der letzte Weg zum Hafen war etwas erstaunlich. Sehr enge Wege, schmale Tore und Holperstraße – es ist verblüffend, mit welcher traumwandlerischen Sicherheit uns hier die Busfahrer dennoch heil ans Ziel bringen. Dann gings aufs Schiff.

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Ein großes Kreuzfahrtschiff wartete auf uns. Weiche Teppiche, alles sehr in Ordnung, freundliche Begrüßung. Aber eine Hektik! Unser neuer Reiseführer Meister Ji war laut, hektisch, manchmal nahe an der Aufdringlichkeit. Nach unserer geruhsamen und angenehmen Zugfahrt war dies ein regelrechter Kulturschock. In jedem Moment pries er irgendwelche Dinge an, egal ob es das Getränkepaket war oder die fakultativen Reisen oder die Massagemöglichkeiten. Und dann immer gleich alles doppelt und dreifach wiederholt. Irgendwann platzte mir fast der Kragen. Man konnte ja nicht mal in Ruhe über ein Angebot nachdenken, da schrie schon wieder jemand irgendetwas ins Ohr. Und die Chinesen in dieser Region haben eine sehr auffällige Aussprache, sie kläffen vieles.  Irgendwann waren wir einfach froh, in unserer Kabine zu sein. Dennoch trafen wir uns noch einmal in der Bar. Heute lockte man uns mit 20% Rabatt. Ich trank einen Cocktail Germany und nach längerem Warten war mir klar, warum. Drei Schichten aufeinander waren sicher nicht so einfach herzustellen. Aber es war gelungen!

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Weit nach Mitternacht gingen wir dann in unsere Kabine, schließlich sollte bereits um 7:00 Uhr Wecken sein. Von wegen Erholung auf dem Schiff! Dazu gehört für mich eben auch Ausschlafen. ;-)

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Längster Fluss, größter Staudamm, tiefstes Wasser!

Sonntag, 13. Oktober 2013

Die erste Nacht war eine schöne ruhige Nacht. Das Schiff lag noch im Hafen, es sollte erst am Morgen losgehen. Kurz vor sieben dann ein Ruf vom Balkon! „Komm, hier ist ein traumhafter Sonnenaufgang!“ Elke wusste schon, wie sie mich morgens am besten aus der Waagerechten kriegt ;-)

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Wir fuhren seit ca. einer halben Stunde, auf beiden Seiten des Flusses ragten Felsen in die Höhe und wenn man zurückschaute, wurde der Sonnenball immer heller und größer, bis er dann hinter den ersten Felsen verschwand.

Nach einer Stunde Fahrt gabs schon den ersten Stopp. Zum Frühstück ab 7:15 Uhr lagen wir an der Anlegestelle, gleich nach dem Frühstück begann ein fakultativer Ausflug. Zum Frühstück sollte man tatsächlich auch einigermaßen pünktlich sein. Gegen 8:00 Uhr fragten die Servicekräfte schon, ob man noch viel essen wolle. Ich hoffe, dass sich diese Hektik doch noch mal ein bissel legt.  Wir gingen zum Fakultativprogramm nicht mit. Ich brauchte auch mal ein bisschen Ruhe und genoss das Schiff. Wir saßen und lagen auf dem Sonnendeck und bewunderten die Landschaft und genossen den wundervollen warmen Tag mit viel Sonne.

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Gegen 11:00 Uhr gings weiter für zwei Stunden, danach bereits der nächste Stopp. Nach dem Mittagessen fuhren wir zum Drei-Schluchten-Staudamm. Was uns da erwartete, war wirklich gigantisch! Natürlich mussten wir im Eingangsbereich des Terrains wieder mal durch die Einlasskontrolle, stiegen aber auf der anderen Seite des Hauses wieder in den Bus und unsere Busfahrerin – eine Frau in diesem Job ist wohl für China ein Novum – fuhr uns bis zum Aussichtspunkt für den Damm. Ich saß sogar vorne, da man auf den Beifahrersitz ein wenig hinklettern musste – ein erstklassiger Fotografenplatz!

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Vom Bus aus gings dann mehrere Frei-Rolltreppen nach oben auf einen Berg, von dem aus man den ganzen Staudamm sehen konnte. Die lustigste Begebenheit passierte auf der zweiten Rolltreppe. Ich wollte nach hinten unten fotografieren, aber die Treppe rollte schneller als ich denken konnte und plötzlich riss das Ende mir die Füße weg. Ich plautzte auf meinen Po, konnte grad noch die Kamera nach oben halten und jagte allen einen großen Schreck damit ein. Allerdings war mir gar nichts, wirklich gar nichts passiert! Zumindest hatten wir tüchtig was zu lachen und wer den Schaden hat, brauchte auch für den Spott nicht zu sorgen! ;-)

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Wir begannen im Informationszentrum und sahen ein Modell der Gesamtanlage. Damit konnten wir uns das alles gut vorstellen. Es ist eine gigantische Anlage. Die Chinesen haben für Touristen eine weiträumige Aussichtsplattform gebaut. Das alles ist sehr gepflegt, es gibt einige Aussichtspunkte und man kann den Staudamm sehr gut überblicken.

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Am Modell: ganz rechts die fünfstufige Schiffsschleuse, mittig das Schiffshebewerk und links der Staudamm mit dem Kraftwerksturbinen

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Hier einige Daten zum Drei-Schluchten-Staudamm:

Das Gesamtprojekt wurde von 1993 bis 2009 gebaut und besteht aus drei Teilen:
1. Den Staudamm. Dieser ist insgesamt 2309 m lang und 185 m hoch. Die Dammkrone ist 18 m breit und unten ist der Damm 124 m breit.

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2. das Wasserkraftwerk: Das befindet sich auf beiden Seiten des Damms. Am Nordufer sind 14 Turbinen, davon sind übrigens sechs von Siemens, und am Südufer gibt es 18 Turbinen. Jede einzelne Turbine hat eine Leistung von 700 Megawatt, die  Gesamtleistung ist ca. 20.200 Megawatt. Damit werden jährlich 100 Milliarden Kilowattstunden.

3. die Schiffsschleuse: Diese besteht aus zwei Teilen. Zum einen eine fünfstufige Schleuse und das Schiffshebewerk. Diese Schleuse gibt es in zweifacher Ausfertigung. Eine fürs Hochschleusen und eine für das Runterschleusen. Jede einzelne Stufe ist 280 m lang und 34 m breit. Für den Tiefgang muss das Wasser in jeder Stufe mindestens 5 m tief stehen. Selbst ein einziger Torflügel ist 850 Tonnen schwer. Die Tore schließen in einer Zeit von etwa 8 Minuten, es ist einfach imposant. Das Schiffshebewerk ist 120 m lang, 18 m breit und 3,5 m tief. Es ist für die Schleusung von kleineren Schiffen bis zu 3000 t geplant.

Das ganze Wasserprojekt hat drei Funktionen. Zum einen ist das Projekt für den Hochwasserschutz dringend notwendig gewesen, zum anderen natürlich zur Stromerzeugung und als Weiteres fürden Schiffstransport.

Hinter diesem Staudamm erstreckt sich 630 km lang der Stausee. Er hat eine Gesamtfläche von 1018 km² und ein Fassungsvermögen von 3.903 Milliarden Kubikmeter. Davon sind 22,15 Milliarden m³ für das Wasserreservoir im Hochwasserfall gedacht.

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Das Gesamtprojekt hat 180 Milliarden Chinesische Yen gekostet. Das sind ungefähr 25 Milliarden Euro.

Für dieses Projekt wurden 20 Städte, 140 Kommunen und 1350 Dörfer mit 30.000 Hektar Ackerland geflutet. Dafür mussten 1,3 Millionen Menschen umgesiedelt werden. Das erklärt dann auch das Aussehen der Städte am Jangtse. Massen an Hochhäusern wurden auf den Bergen gebaut, es gibt eigentlich überhaupt keine kleinen Häuser.

Diese Umsiedler sind heute übrigens recht zufrieden mit dem ganzen Projekt, da sie durch Entschädigungszahlungen und modernen Wohnraum heute deutlich besser leben als früher. Ein Vorteil war auch, dass der Boden in China generell staatlich ist und kein Privateigentum.

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Von allem waren wir sehr überwältigt und begeistert. Auch kamen wir einige Stunden später in den Genuss noch einmal an diesen Ort zurückzukehren. Auf unserem weiteren Weg mussten wir durch die 5-stufige Schleuse und konnten so das Ganze miterleben.

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Sonnenuntergang über dem Yangtse

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Insgesamt benötigten wir für die komplette Schleusung fast vier Stunden. Die meiste Zeit ging übrigens dafür drauf, dass die Schiffe sehr langsam von einer Stufe auf die nächste fuhren. Das Öffnen und Schließen der Tore sowie das Wassereinlassen ging relativ schnell. Man konnte richtig zuschauen, wie sich das Schiff gehoben hat. Es war einfach interessant, aber eben in jeder Stufe wieder das Gleiche ;-)

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Während dieses Schleusens gab es dann die Abendveranstaltung. Die Crew-Mitarbeiter hatten ein nettes Kulturprogramm einstudiert und führten uns chinesische Kultur auf. Wir hatten dabei viel Freude aber auch Spaß. Als ein Solist ein chinesisches Lied sang, machten wir uns einen Spaß und ich überreichte ihm einen (künstlichen) Blumenstrauß vom Tisch. Im Anschluss an die Show gabs dann noch eine Disko und wir tanzen von Walzer über den Flieger bis zum Ententanz und Rock´n Roll alles ausgelassen mit. – Übrigens wir sind in China! Aber der Ententanz ist dort offensichtlich gut bekannt.

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Ein Künstler zeigte eine beondere Art der Malerei – Innenflaschenmalerei – hier ein Pandabär in einer kleinen Kugel

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Und hier einige weitere Beispiele für Innenflaschenmalerei. Danke Margit für die Fotos!

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Unser Schiff hat sieben Decks, 230 Kabinen und ist für maximal 580 Passagiere ausgelegt sowie 200 Mitarbeiter. Die Geschwindigkeit beträgt 26 km/h – in der Flussschifffahrt wird übrigens nicht in Knoten angegeben sondern in der für uns üblichen Geschwindigkeitsbezeichnung.

Nachdem wir noch eine Weile gemeinsam saßen genossen wir dann noch ein halbes Stündchen auf unserem Balkon und tranken mit Nachbars noch ein Absacker- Weinchen. Die Schleusung war ja durch und wir fuhren noch immer durch die Xiling-Schlucht. Allerdings waren die Berge in der Dunkelheit nur schemenhaft zu erkennen.

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Wunderschöne Natur, (fast) nackige Treidler und Wettrudern auf dem Shennong-Fluss

Montag, 14. Oktober 2013

Heute Morgen war bereits 6:30 Uhr Wecken. Die Nächte sind einfach viiiiel zu kurz! Aber nach dem Frühstück ging es um 8:00 Uhr bereits auf Tour.

Ziel heute war eine Fahrt auf einem Nebenarm des Yangtse, auf dem Shennong-Fluss. Er ist ca. 60 km lang und wir sollten 20 km weit fahren. Wir stiegen also von unserem Kreuzer auf ein kleineres Schiff um und fuhren ca. eine Stunde durch zwei Schluchten.

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Foto von Margit – Danke!

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Anfangs durch die 5,3 km lange Drachenschlucht und als nächstes durch die 7,5 km lange Papageienschlucht. Es war eine wunderschöne Landschaft, die Berge waren bis über 1000 m hoch und das Wasser unter uns ca. 80 bis 90 m tief. Vor der Flutung soll dieser Fluss nur etwa einen Meter tief gewesen sein. Ich mag mir auf der ganzen Reise kaum vorstellen können, wie noch viel imposanter diese Schluchten ausgesehen haben mögen, als diese große Flutung noch nicht war.

Hier einige Impressionen:

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Am Ende der Papageienschlucht kamen wir an einen Ponton, stiegen aus und auf der anderen Seite erwarteten uns kleine Kähne, mit denen es noch durch eine dritte Schlucht weiterging. Wir bekamen Schwimmwesten und saßen zu achtzehnt auf ganz einfachen Holzbänken und fünf Männer ruderten bzw. steuerten dieses Boot.

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Nach kurzer Zeit ruderten die Männer auf das Ufer zu und die drei vorn Rudernden sprangen aus dem Boot an Land. Sie zeigten uns, wie früher die Boote getreidelt wurden.

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Dazu gibt es noch eine Besonderheit. Die Bergvölker hatten immer wenig Geld und konnten sich kaum Klamotten leisten. Da es hier aber im Sommer sehr warm ist, war es normal, dass die Männer nackig ihrer Arbeit des Treidelns nachgingen. Auch heute war es schön warm, aber es sprang höchstens mal ein Mann mit nackigem Oberkörper auf den Treidelpfad. ;-)

Die meiste zeit ruderten die Männer jedoch und da es viele Boote waren, die mit Touris unseres Schiffs besetzt waren, gab es auch immer mal kleine Wettfahrten zwischen den Booten. Dabei wurden wir von unserer Reiseführerin wiedermal in die chinesische Sprache eingeführt und wir feuerten unsere Ruderer entsprechend an.

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Ich genoss diese wunderbare Natur sehr. Sie berührte mich sehr und ich versuchte viel zu fotografieren. Irgendwann wendeten wir und auf dem Rückweg sangen unsere Führerin und der Steuermann sogar noch eine alte chinesische Weise. Es hörte sich zwischen den Felsen sehr schön an.

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Zurück ging es dann wieder mit dem kleinen Schiff. Glücklicherweise brauchten wir auf dem Ruderboot unsere Westen nicht, romantisch wars aber allemal. Unsere Bootsführer ruderten indes wieder nach Hause – es sind überwiegend Bauern, die nac dem Ruderausflug mit Touris wieder ihrer Arbeit nachgingen.

Hier noch einige Impressionen von der Rückfahrt – es war einfach wunderschön!

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Am Nachmittag war dann frei. Wir fuhren nach unserem Ausflug allerdings auch von unserer Anlegestelle in Budong weiter. Budong ist erst 2003 entstanden, eine dieser typischen neuen Städte für die Umsiedler. Heute leben dort etwa eine halbe Million Menschen. Eine Größenordnung wie Stuttgart mal eben.

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Nach der Xiling-Schlucht folgte nun die zweite, die Wu-Schlucht mit 45 km Länge. Uns erwartete eine wundervolle Landschaft, sehr hohe Berge mit weit über 1000 m Höhe. Das alles bei strahlendem Sonnenschein und an die 30° C Temperatur. Sommer pur. Einziger Nachteil dieser starken Sonnenstrahlung ist, dass es relativ diesig ist.

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Wir verbrachten viel Zeit auf dem Sonnendeck, ich fotografierte, wir schwatzten und tranken auch mal einen Kaffee, wir genossen einiges an Ruhe auf unserem Balkon und kamen noch am Nachmittag in die dritte, die Qutang- Schlucht. Wieder alles sehr imposant, sehr schön und beeindruckend.

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Auffällig ist, dass es über dem Wasser einen breiteren Streifen gibt, der kaum bewachsen ist und Zeugnis vom Hochwasserstand ist. Genau das ist der Spielraum für die 22 Milliarden m² Wasserreserve, die der Staudamm für das Auffangen des Hochwassers bietet.

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Ich genoss den restlichen Nachmittag in der wunderbaren Sonne – es soll wohl nicht den ganzen Urlaub so ein tolles Sommerwetter sein, wie in den ersten Tagen – ich schrieb den blog und beobachtete einfach das Treiben auf dem Fluss vom Balkon der Kabine aus.

Elke ging am Nachmittag etwas sporteln. Zu viert mit Peggy, Jaqueline und Severin trainierten sie fleißig und lockten gleich noch zwei Taiwanesen an, die mitmachten. Sie waren noch abends und am nächsten Tag total begeistert von der Trainingseinheit.

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Am Abend gab es wieder ein sehr schönes Kulturprogramm der Crew. Diesmal ging es um chinesische Traditionen.

Wir saßen dann noch bis nach 23:00 Uhr zusammen – waren natürlich wieder einmal die letzte Gruppe, die den Abend gemeinsam ausklingen ließ – und wir beide genossen kurz vorm Schlafengehen noch einen Absacker auf unserem Balkon.

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Die Geisterstadt Fengdu

Dienstag, 15. Oktober 2013

Das traumhafte Sommerwetter war nun leider zu Ende. Es regnete bereits die ganze Nacht und alles war ziemlich grau.

Um 8:30 Uhr ging es zur Geisterstadt Fengdu. Gegenüber war wieder so eine riesige Stadt, die in den letzten zehn Jahren aus dem Boden gestampft wurde. Ursprünglich war die Stadt auf der gegenüberliegenden Seite des Yangtse, aber mit der Flutung war alles weg und die Stadt musste neu gebaut werden. Es ist sehr auffällig, dass hier nur solche riesigen Hochhausstädte am Yangtse existieren, die letztlich auch alle mehrere hunderttausend Einwohner haben. Fengdu hat 800.00 Einwohner.

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Foto: Doreen – danke!

Die Geisterstadt Fengdu hat somit eine gewisse symbolische Bedeutung. Zum einen erinnert sie an die früheren Orte in dieser Region, die nun im Wasser verschwunden sind, zum anderen ist es eine Tempelanlage für die Mönche. Die Chinesen glauben, dass nach dem Tod jeder hierherkommt. Beim Eintritt wird dann geprüft und die Toten sortiert. Die guten Menschen werden wiedergeboren, die schlechten Menschen bleiben in der Hölle.

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Yangyang führte uns durch die Anlage und verstand es ausgezeichnet, uns fernab der touristischen Gruppen die Anlage zu zeigen. Immerhin lagen vier oder fünf große Schiffe vor Anker. Zu Beginn musten wir jedoch erst einmal die Namen der beiden Generäle How und Ha laut rufen. Das sei unsere Eintrittsberechtigung und bedeutete auch, dass wir keine Angst haben brauchen.

Beim Besichtigen mussten wir unter anderem drei Prüfungen bestehen. Die erste Prüfung war das Überqueren von kleinen nebeneinander liegenden Brücken. Zuerst musste man über die mittlere Brücke, die Brücke der Hilflosigkeit. Diese musste man mit drei Schritten überqueren. Paare sollten Hand in Hand gehen, wenn sie im nächsten Leben wieder als Paar zueinander finden wollen. Wir haben diese Prüfung alle geschafft. Als nächstes durfte man noch einmal über eine der beiden äußeren Bücken gehen. Es waren die Brücken der Gesundheit und des Reichtums. Allerdings musste man sich entscheiden und durfte nur eine Brücke benutzen.

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Dieses Prinzip gab es hier öfter. Unter anderem gab es am Anfang der Tempelanlage zwei Tempel rechts und links des Weges. Ein Tempel der Gesundheit und ein Tempel des Reichtums. Man durfte jedoch nur zu einem beten.

Die zweite Prüfung mussten wir beim Eintreten durch das Tor zur Hölle bestehen. Frauen sollten mit dem rechten Bein zuerst die Schwelle übertreten, die Männer mit dem linken Bein. Das Ergebnis sollte sein, dass man im nächsten Leben wieder als Frau oder eben als Mann geboren würde.

Die dritte Übung war eine Balanceübung auf einem runden Stein. Dabei musste man auf dem Stein stehend sich drei Sekunden halten. Natürlich auch wieder: Frauen auf dem rechten Bein, die Männer links. Auch diese Prüfung haben alle geschafft und damit gezeigt, dass wir gute Menschen sind – und wir werden 99 Jahre alt! ;-)

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Es gab noch weitere Legenden. Zum Beispiel gab es eine Treppe mit 33 Stufen. Sie symbolisierten Lebensabschnitte und führten zum Himmel. Jeder sollte diese 33 Stufen in einem Atemzug hinaufgehen. Alle über 33 Jahre durften jedoch eine Pause einlegen, die über 66-Jährigen durften zwei Pausen machen. Genau an der Stelle war allerdings allerhand Gewühle voller Touristen, so schnell hätte man das mit dem Hinaufsteigen gar nicht geschafft.

Insgesamt gab es bis zum obersten Punkt der Tempelanlage etwa 400 Stufen zu überwinden. Ich glaube, wir werden in den nächsten Tagen Muskelkater bekommen.

Nach dem Mittagessen haben fast alle Mittagsschläfchen gemacht. Das Schiff war total ruhig. Auch wir nutzten den freien Nachmittag zum Ausruhen – und beobachteten etwas, was wir auf dieser Reise sehr selten zu Gesicht bekamen: Industriegebiete.

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Allerdings gingen wir beide halb drei ins Fitnessstudio und schafften uns ein Stündchen. Elke war eine tolle Trainerin und coachte mittlerweile das halbe Fitnessstudio. Auch die Taiwanesen waren wieder da.

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16:00 Uhr trafen wir uns in unserer Gruppe auf dem untersten Deck um unseren Beitrag zur heutigen Abendshow zu proben. Wir haben uns letztendlich geeinigt, dass wir den Bruder Jacob auf Deutsch und chinesisch singen werden. Auf Chinesisch ist es total witzig. Übersetzt heißt das folgendermaßen:

Zwei Tiger, zwei Tiger rennen schnell, rennen schnell. Einer hatte keine Ohren, einer keinen Schwanz. Komisch, komisch.

Und dann werden wir anschließend noch die Laurentia spielen.

Wir gönnten uns noch ein bisschen Ruhe und packten schon mal unsere Koffer. Auch wenn wir jetzt vier Nächte auf dem Schiff waren, konnte ich entgegen meiner normalen Gewohnheiten meinen Koffer nicht ganz auspacken. Es gibt hier einfach zu wenig Schrankablage. Deshalb ist es gut, ein wenig mehr Zeit zum Packen zu haben, um im Koffer wieder einen relativen Überblick zu bekommen ;-)

Nach dem Kapitänsdinner-Abendessen – allerdings ohne Kapitän – fing unsere Abendveranstaltung an. Wir waren die dritte Gruppe und nach zwei Karaoke-Aufführungen hatten wie mit dem chinesischen Lied schon mal ein gutes Warmup. Mit Laurentia rockten wir anschließend den Saal. Ein Großteil des Publikums machte mit und es hatten alle viel Spaß damit. Dass uns die Laurentia allerdings den ganzen restlichen Urlaub nicht loslassen würde, hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht gedacht. Ab dem nächsten Nachmittag ging es bei allen los: Muskelkater! Erst 400 Treppen, dann Probe und Aufführung der Laurentia – wir kamen an den beiden nächsten Tagen kaum die Treppen hoch und vor allem runter. Jeder „eierte“ bei jedem Ausstieg aus dem Bus und wurde an unseren Auftritt erinnert. Es kursierten allerdings auch die wildesten Ideen, wo man Laurentia noch einmal einsetzen könnte. ;-)

Es gab nach uns noch einige zum Teil auch sehr gute Darbietungen, allerdings meist Karaoke. Am meisten beeindruckte uns unser Meister Li. Unser Schiffs-Reiseführer sang zum Abschluss italienische Oper mit einer Wahnsinns-Stimme.

Mittlerweile waren wir an unserem Ziel, in Chongqing angekommen und wir bewunderten die beleuchtete Stadt. Ein Absacker in der Suite im obersten Deck beendete den Abend noch lustig.

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Yangtse – der längste Fluss in China

Der Yangtse ist mit 6380 km Länge nach dem Nil und Amazonas der drittlängste Fluss der Welt und teilt China in Nord- und Südchina. Er entspringt im Tibet-Plateau und fließt durch elf chinesische Provinzen.

Die touristischen Schiffstouren auf dem Yangtse beginnen immer in Yichang flussaufwärts oder in Chongqing flussabwärts, insgesamt über 600 km. Wir haben die Route flussaufwärts vor uns und sind daher auch vier Nächte auf dem Schiff, entgegengesetzt dauert die Reise gewöhnlich nur drei Nächte.

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Dieses frühere kleine Städtchen Yichang hat durch den Bau des Drei-Schluchten-Staudammes eine rasante Entwicklung genommen. Vor dem Staudamm wohnten hier ca. 400.000 Einwohner, der Ort war nahezu unbekannt. Nach dem ersten Damm 30 km vor dem großen Bauwerk verdoppelte sich die Zahl nahezu auf ca. 700.00 Einwohner. Mit dem Drei-Schluchten-Damm leben nun mittlerweile 1,3 Millionen Menschen hier und die Stadt ist jedermann in China bekannt. Täglich gibt es sehr viele Touristen und überall sind Baustellen – wie übrigens der Eindruck in China entsteht, dass das ganze Land eine einzige große Baustelle ist bzw. war.

Im Yangtse gibt es als wichtigsten Fisch den Stör. Zum einen den sogenannten Weißstör. Er ist relativ kurz und hat seinen Namen von der Farbe seiner Haut erhalten. Dann den Yangtse-Stör, der ein bis zwei Meter lang wird und dann China-Stör. Er wird bis zu 6 m lang und wiegt bis zu 600 kg.

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Das Problem ist, dass diese Störe zum Laichen oft bis zu den Quellgebieten des Yangtse schwimmen und nunmehr durch die Staudämme daran gehindert werden. Sie können diese Bauwerke kaum überwinden und sind deshalb nicht mehr in der Lage, an ihre Laichplätze zu schwimmen. Wie sich diese Probleme in der Zukunft auf die Zahl der Fische auswirken wird, muss sicher abgewartet werden.

An diesem Teil des Yangtse, den wir befahren herrscht ein subtropisches Klima. Im Sommer kann es durchaus bis über 40° C warm sein, im Winter kann es aber auch durchaus in den knappen Frostbereich gehen. Die Bewohner haben hier gewöhnlich keine Heizung im Hause – im Winter sicher nicht allzu gemütlich. Es gibt hier bis zu 2000 ml Niederschlag im Jahr und der fällt überwiegend in der Regenzeit im Mai. Damit hat der Yangtse auch im Juni bis August Hochwasser. Wir haben das große Glück, dass zumindest die ersten beiden Tage auf dem Schiff mit ca. 30° C hochsommerlich werden.

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Durch das Wasserprojekt des Drei-Schluchten-Staudammes ist der Wasserspiegel hinter dem Damm in den Schluchten um ca. 70-90 m gestiegen.  Eine Größe, die sicher den Schluchten etwas von ihrer Gewaltigkeit genommen hat. Dennoch bleibt diese Landschaft  sehr beeindruckend.

Über den Yangtse wurden in den letzten beiden Jahrzehnten viele Brücken gebaut. Alle haben eine sehr moderne Architektur und wurden sehr großzügig in die Landschaft eingebettet. Einige von ihnen haben wir passiert, wie zum Beispiel die Xiling-Yangtse-Brücke neben dem Staudamm.

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Die Idee für einen Staudamm am Yangtse insbesondere zur Hochwasserregulierung muss wohl bereits vor fast 100 Jahren geboren worden sein. Lange war man gegenüber diesem Projekt sehr skeptisch, hat es jedoch in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts in Angriff genommen. Einen richtigen Platz für den Staudamm zu finden war nicht so einfach. Durch das recht weiche Sediment-Gestein in den Schluchten blieb nur die Stelle bei Yichang.

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In der größten Stadt der Welt…

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Am Morgen gings dann ziemlich hurtig. Unsere Koffer wurden vom Zimmer geholt, Kofferträger – die sogenannten Bang Bangs – schleppten sie an Land und sie wurden zum Flughafen transportiert und gleich eingecheckt.

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Für uns war es bewundernswert, wie die Kofferträger diese schweren Koffer aus dem Schiff und etliche Treppen hoch trugen.

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Wir waren in Chongqing angekommen, der mit 33 Millionen Einwohnern nunmehr größten Stadt der Welt. 84.000 km² groß – das ist etwa so groß wie Österreich – umfasst das Territorium dieser Stadt. Bis 1997 war diese Stadt nirgends bekannt. Erst mit dem Bau des Drei-Schluchten-Projekts entwickelte sich diese Stadt und ist noch immer nicht am Ende des Wachstums. Die Stadt wird als sogenannte „Bergstadt“ bezeichnet. Es gibt unendlich viele Treppen, die Stadt liegt bis zu 403 m über dem Meeresspiegel. Mitten in der Stadt mündet der zweitlängste Nebenfluss des Yangtse, der selbst schon 1120 km lang ist. Über beide Flüsse wurden in den letzten Jahren viele moderne Brücken gebaut. Außerdem gibt es mehrere S-Bahn-Linien und sogar eine U-Bahn. Diese öffentlichen Verkehrsmittel sind im weiteren Ausbau, allerdings ist es viel zu teuer, eine U-Bahn zu bauen, weil alles durch steiniges Gelände geht.

Wir flogen erst am Nachmittag und hatten dadurch Zeit, uns einiges in Chongqing noch anzusehen. Zunächst fuhren wir zum Kongresszentrum – einem Bau, der an die Himmelspagode von Peking erinnert. Gegenüber liegt das Drei-Schluchten-Museum, das Ziel unseres ersten Ausfluges ist. Wir bummelten über den dazwischen liegenden Platz und bewunderten eine besondere Sitte hier in China.

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Die Menschen finden sich dort zu Gruppen zusammen und tanzen einfach, machen Gymnastik oder vertreiben sich mit anderen Spielen die Zeit. Im Volksmund heißt diese Form der Freizeitbeschäftigung die „Oma-und-Opa-Disco“.

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Es war interessant, wie gut die Menschen alle möglichen Tanzarten konnten und mit welcher Begeisterung sie das vor allen Zuschauern präsentierten.

Das Museum war sehr interessant. Hat es doch viel von den Dingen gezeigt, die in der Natur verändert wurden. Aber auch die Treidler, viele Tiere, die am Fluss leben und auch wieder ein Modell des Staudamms.

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Im Anschluss daran fuhren wir zum Eling-Park, der über 400 m hoch über dem Meeresspiegel liegt. Er wurde vor über 100 Jahren einst als Privatgarten angelegt, wurde dann jedoch in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts öffentlich; für Touristen ist er jedoch erst seit den 90-ger Jahren geöffnet. Auch dort – trotz Regen – „Oma-und-Opa-Disco“. Außerdem gibt es dort sehr viele Tische, an denen man bei gutem Wetter Karten spielen kann oder ähnliches.

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Nachdem wir an einem Kalligraphen vorbeikamen und uns unsere Namen schrieben ließen, gingen wir in ein Teehaus.

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Dort zelebrierten wir eine Teezeremonie mit drei verschiedenen Teesorten und lernten auch die heilende Wirkung insbesondere von grünem Tee kennen. Wir lernten auch wieder eine neue Zubereitungsart von einer Frucht kennen. Kandierte Oliven! Lecker!

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Bei der Teezeremonie kamen wieder mal schöne Sprüche und Weisheiten. Zum Beispiel: Wenn man morgens grünen Tee trinkt, macht das die Augen frisch. Oder: Der Deckel auf einer Teetasse wird beim Trinken schräg auf die Tasse gelegt um die Teeblätter zurückzuhalten. „Das ist nur bei den Langnasen ein Problem.“ ;-)

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Die Langnasen kommen immer wieder in den Ausführungen der örtlichen Reiseführer zur Sprache. Wir haben uns an den Begriff bereits gewöhnt. Unsere Nasen sind ja wirklich länger oder auch spitzer geformt als die meisten chinesischen Nasen, die meist ziemlich platt gedrückt sind.

Die Stadt Chongqing war sehr interessant. Auffälligerweise gab es mal keine Fahrräder – es ist wohl die einzige fahrradfreie Stadt in ganz China. Auch gab es noch viele ältere Häuser. Aber auch ganze Stadtteile voller Wolkenkratzer. Die Häuser hatten meist über 40 Etagen. Diese hochmodernen Städte hier sind sehr auffällig. Allerdings hatten wir auf unserer Reise bisher auch nie irgendwelche Slums oder wie sie auch immer heißen könnten gesehen. Es scheinen für alle Menschen in diesem Land Wohnungen gebaut worden zu sein. Allerdings spricht man hier auch von alten Häusern, wenn sie gerade mal 15-20 Jahre alt sind. Gerade da wurde mir bewusst, dass ich ja zu Hause in diesem „neuen“ Haus auch bereits seit 19 Jahren wohne. ;-)

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Wir fuhren dann zum Flughafen und es ging nach Xi´an. Eine reichliche Stunde, wir waren bereits eingecheckt worden; die Zeit verging wie im Fluge. Dort gab es übrigens eine Flasche Wasser für Jeden und zum Knabbern eine kleine Rolle Kekse und eine undefinierbare oberscharfe Masse dazu. Glücklicherweise probierte ich nach dem Öffnen der Tüte erst einmal ganz vorsichtig und hatte auch noch genügend Kekse zum Neutralisieren. Es war für mich ungenießbar!

Xi´an – gesprochen Schi Ann und übersetzt „westlicher Friede“  – ist eine der ältesten Städte Chinas. Sie war von der ersten Dynastie (ab 221 v.u.Z) bis zur 13. Dynastie (12. Jahrhundert) die Hauptstadt Chinas. Noch aus dieser Zeit gibt es hier eine Stadtmauer, die sehr, sehr gut erhalten ist und ca. 14 km lang ist. Sie wurde imme wieder aufwändig restauriert, auch die Türme, eine Zugbrücke und vieles mehr ist an dieser Stadtmauer zu sehen. Heute gibtr es 18 Tore in der Stadtmauer um den Verkehr einigermaßen zu beherrschen. Früher gab es nur vier Tore. Sie führten jeweils in eine Himmelsrichtung. Diese Stadt ist auch der Ausgangspunkt für die Seidenstraße, die bis Europa führt.
Hier leben ca. 8 Millionen Einwohner, davon sehr viele Muslime. In Xi´an gibt es 80 Universitäten! Über eine Million Studenten leben hier.

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Darüber hinaus liegt diese Stadt in einer sehr fruchtbaren Gegend. Zurzeit ist die Erntezeit des Granantapfels und der Khaki, ebenso der Walnüsse und der Datteln. Diese schmecken übrigens frisch außerordentlich gut. Sie sind so groß wie etwa Pflaumen, haben eine Konsistenz wie ein Apfel und geschmacklich könnte man sie mit dem Gelben Köstlichen vergleichen.

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Wir fuhren erst einmal in unser Hotel und hatten abends wieder eine Lichterfahrt. Xi´an war ebenso wie Shanghai wundervoll erleuchtet, zumindest am Abend. Gegen 23:00 Uhr gehen hier auch die Lichter aus, um Strom zu sparen.

Auf unserer Fahrt sahen wir den Glocken- und den Trommelturm. Beide waren herrlich beleuchtet und waren wirklich ein Hingucker. Allerdings konnten wir bei dem Wahnsinns-Verkehr hier nicht anhalten, um in Ruhe Fotos machen zu können. Der Glockentumr ist 36 m hoch und bereits 600 Jahre alt.

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Wir fuhren als erstes zur Fußgängerzone in der Stadt. Es war sehr schön dort. Überall gab es Wasserspiele, viele Skulpturen und vieles mehr. Es war alles sehr schön beleuchtet. Die Fotos werden es dann besser zeigen als ich das hier beschreiben kann.

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Am Ende dann ein Blick auf die erleuchtete Wildganspagode

Ein besonderes Highlight waren die Wasserspiele auf einem zentralen Platz. 400 m lang und 280 m breit sprudeln dort ca. 2.200 Fontänen. Es sollen die größten Wasserspiele Asiens sein. Und jeden Abend von halb bis um 9 gibt es diese Wasserspiele mit Musik. Es war eine wundervolle Atmosphäre, die springenden Fontänen nach Musik zu sehen.

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Zum Ende der Lichterfahrt ging es noch in die Altstadt. Dort pulsierte das Leben. Es gab dort alles, was das Herz begehrt. Sehr beeindruckt waren wir von den Garküchen. Das Fleisch wurde auf der Straße gegrillt,  für unsere Verhältnisse hygienisch völlig unvorstellbar. Aber es gab auch alles Mögliche an Obst und an Souvenirs.

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Der Markt ging bis zum Trommelturm, der ebenso wie der Glockenturm hell erleuchtet war.

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Xi´an ist die erste Stadt auf unserer Reise, die einen Eindruck von China vermittelt, wie man ihn sich so vorstellt. Natürlich gibt’s auch hier Massen an Hochhäusern, aber die Innenstadt hat sich ein gewisses historisches Flair bewahrt. Gerade in der Altstadt hatte ich dieses Gefühl von „China“.

Abends gingen wir noch auf einen „Absacker“ ins Nachbarhotel.

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Ni hau aus Xi´an

16. Oktober 2013

Heute gabs nun endlich einmal Internet und ich konnte alle Berichte der vergangenen Tage einstellen. Unsere Laurentia hat übrigens nachhaltige Wirkung in unseren Oberschenkeln hinterlassen ;-)

Heute sind wir nun nach Xi´an geflogen. Es geht morgen zur Terrakottaarmee.

Die Bilder werde ich wahrscheinlich erst nach meiner Rückkehr einstellen können. Das Internet ist hier sehr langsam und ich brauche für die Bilder sehr viel Zeit – die ich hier bei dem recht vollen Programm einfach nicht habe.

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Die Terrakottaarmee

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Heute ging es nun zur Terrakottaarmee. Einen kleinen Eindruck hatte ich vor vielen Jahren einmal in Berlin, als Kopien im damals schon fast leeren Palast der Republik ausgestellt waren. Was mich heute erwartete war einfach imposant.

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Die Terrakottaarmee entstand vor ca. 2.200 Jahren in der ersten chinesischen Dynastie, der Qin-Dynastie. Sie dauerte nur 15 Jahre von 221 bis 206 vor unserer Zeitrechnung. Der damalige Kaiser hat sehr viel bewirkt, ließ die Mauer bauen, große Straßen durch China und vieles mehr. Aber er knechtete damit auch sein Volk und verlangte Fronarbeit in großem Ausmaß. Im Jahr 210 v.u.Z. starb dieser Kaiser und man errichtete ihm in der Nähe der Hauptstadt Xi´an ein riesiges Mausoleum, das insgesamt ca. 50 km² groß ist.

Dabei hat man ihm eine Grabstätte gebaut und viele andere Gruben, in denen man sein Leben dargestellt hat. Allein die Grabstätte ist ca. 20.000 m² groß und liegt unter einem großen Hügel, der ca. 80 m in die Höhe ragt. Die Grabstätte ist jedoch nicht geöffnet. Es ist ein technisches Problem, da man damals das Grab vor Räubern schützen wollte und deshalb in das Grab Quecksilber füllte. Die Dämpfe sind mittlerweile weit um das Grab herum nachweisbar. Das Grab soll ca. 30 m unter der Erde sein, das Quecksilber ist jedoch zwischen 9 und 32 m Tiefe nachweisbar. Das bisher tiefste Loch von Grabräubern ist nur 14 m tief und deshalb kam man zu dem Schluss, dass das Grab noch original vorhanden sein müsste.

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Die Terrakottaarmee war ein Teil des Mausoleums. Sie symbolisierte das Heer des Kaisers. Man geht heute davon aus, dass sie einst ca. 8000 Soldaten umfasste. Die Soldaten wurden in Reihen aufgestellt, nachdem Holzkonstruktionen gebaut wurden, die mit Holzdächern versehen waren. Darüber wurde eine ca. zwei Meter hohe Erdschicht gebaut.

In den Jahren vor und nach dem Tod des Kaisers gab es riesige Bauernaufstände, weil die Qual der Bevölkerung einfach zu groß war. Im Rahmen der Bauernaufstände plünderten die Bauern die Grabstätte der Terrakottaarmee und sicherten sich die Waffen. Sie ließen ihre Wut auf den Kaiser an seiner Armee aus und zerschlugen viele der tönernen Figuren. Gleichzeitig zündeten sie dieses unterirdische Lager an. Damit fiel jedoch alles zusammen und die gesamte Armee war unter der Erde vergraben.

Sie geriet vollkommen in Vergessenheit.

Am 29. März 1974 bohrten fünf Bauern nach einer langen Trockenperiode nach Wasser und stießen auf Tonscherben. Nach archäologischen Untersuchungen war dann klar, was für ein geschichtlicher Schatz gefunden wurde. Die Armee ist mittlerweile ca. fünf Meter tief unter der Erdoberfläche. Bereits 1979 wurde eine große Halle über die Ausgrabungsstätte gebaut. Sie ist 260×70 m groß. Es sind fast 2000 Figuren dort ausgestellt.

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Mittlerweile gibt es weitere Hallen, in denen die Geschichte aus der Qing-Dynastie und die aktuellen Ausgrabungen dargestellt sind. Für mich ist es faszinierend, wie die Archäologen in einer Puzzlearbeit die Teile wieder zusammensetzen.

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Anfangs haben in den siebziger Jahren sehr viele Menschen an den Ausgrabungen gearbeitet. Schnell hat man gemerkt, dass es dadurch schwer war, die korrekten Teile zusammen zu finden. Heute arbeiten nur wenige Archäologen an den Ausgrabungen. Im Museum ist sehr gut dargestellt, wie alles stattfindet.

Es wird noch Jahrzehnte dauern, bis alle Teile ausgegraben sind.

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Nach dem Mittagessen in dem derzeit größten Theaterrestaurant von Xi´an fuhren wir in eine Jadefabrik.

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Die Deko auf dem Buffet

Unsere Führerin durch das Museum zeigte uns die verschiedenen Jade-Steine und besondere Stücke aus Jade. Überall standen große Statuen aus Edelstein, aber auch Schmuck und kleine Andenken wurden angeboten.

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Ein besonderes Souvenir ist z.B. das kleinste Baby des großen Drachen, der Pixiu – gesprochen: Pischiju.

Yangyang erklärte uns, dass dieser kleine Drachen einen großen Mund hat und viel fressen kann, aber er hat nichts zum Ausscheiden. Er ist also geizig und hält also alles zusammen und somit ist er ein Symbol für Reichtum.

Wir fuhren dann weiter zur Großen Wildganspagode. Dies ist der älteste buddhistische Tempel in Asien. Die Pagode ist bereits über 1300 Jahre alt und war damals ein Symbol für den Kulturaustausch zwischen China und Indien. Um die Pagode gibt es mehrere Tempel. Auch leben hier noch etwa 40 Mönche, die das Leben im Bereich der gesamten Anlage organisieren.

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Wir fanden auch die Stelle, an der wir uns den sogenannten “Glücksstempel” geben lassen konnten.

Der Nachmittag schloss mit einem Besuch der Altstadt bei Tageslicht ab. Es ist faszinierend, wie die Menschen hier in Garküchen das Essen zubereiten und auch, welche Früchte es alles so gibt. Wir bummelten durch die Gassen und probierten auch mal bestimmte Früchte.

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Nach einem Ausruhstopp im Hotel ging es weiter zu einem Abendessen – Maultaschen gab es heute. Eine chinesische Spezialität.

Insgesamt gab es 14 verschiedene Maultaschen. Nicht nur die Füllungen waren unterschiedlich, auch die Formen. Die Füllungen warten vom Gehackten bis zu Brokkoli, Auberginen, Eier, Ente, Muschel, Austernpilzen, Walnuss und vielem mehr. Passend dazu gab es die entsprechenden Formen, z.B. wie eine Walnuss, ein Fisch, Frosch, Ente. Es war nicht nur ein Genuss für den Gaumen sonder auch für die Augen. Am Ende gab es einen Feuertopf mit kleinen Maultaschen. Es ähnelte einer klaren Brühe mit etwas Gemüse und Maultaschen wie kleine Hörnchennudeln.

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Jeder durfte dann zählen, wie viele von diesen kleinen Maultaschen in der Suppe waren. Diese Zahl hatte eine Bedeutung. Keine Tasche – großes Glück, eine Tasche – gute Reise, zwei Stück – doppelt Glück, drei, sechs oder neun Taschen bedeuteten ein langes Leben. Die vier für Geld und Reichtum und die fünf für eine glückliche Familie gab es allerdings relativ selten. Ich hatte zwei Maultaschen in der Suppe – na wenn das nichts ist! ;-)

Zu den MAultaschen wurde der sogenannte Terrakottaschnaps serviert.

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Nach der Rückkehr ins Hotel „vernichteten“ wir noch den letzten Whisky in der Lobby, nutzten noch einmal das freie Internet und gingen relativ zeitig schlafen. Ich schrieb noch etwas Blog, bis auch ich umfiel.

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Auf nach Beijing!

Freitag, 18. Oktober 2013

Heute sagen wir Xi´an schon wieder Good Bye. Mittags geht unser Flieger zu unserem letzten Ziel: Peking – oder wie es auf chinesisch heißt: Beijing. Unser Gepäck wurde wieder automatisch eingecheckt, auch unsere Bordkarten bekamen wir gleich bei unserer Ankunft am Flughafen.

Es ist wie bisher immer ein Superservice unseres Veranstalters.

Im Flieger kuddelten wir allerdings unsere Plätze nach Herzenslust. Es waren aber nur reichlich eineinhalb Stunden Flugzeit – übrigens mehr, als innerhalb Deutschlands ohne Umwege überhaupt möglich ist.

Wir kamen am modernsten Flughafen Pekings an. Er wurde erst von 2003 bis 2008 für Olympia gebaut. Berlin sollte sich da mal ein Beispiel nehmen! ;-)

Allerdings ist er jetzt bereits zu klein und es gibt das nächste Projekt für einen neuen Flughafen, der 2020 in Betrieb gehen soll.

Peking heißt übersetzt Nördliche Hauptstadt und liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Rom, Sardinien und Madrid.

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Das Problem von Peking ist der Smog. Er kommt sicher nicht nur von der Umweltbelastung sondern auch direkt vom Klima. In den vergangenen Tagen soll es wohl etwas Wind gegeben haben und die Sonne soll wirklich gestrahlt haben. Da Peking von drei Seiten von Bergen umgeben ist, ziehen die Winde schwer durch. Sie sind die einzige Möglichkeit, die Nebel aus der Stadt zu pusten. Im Sommer ist die Luftfeuchtigkeit sogar bis zu 95% hoch – glücklicherweise verspüren wir im Oktober kaum etwas davon.

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Peking liegt etwa 50 m über N.N. und es sind noch 130 km bis zum Meer.

Die Stadt ist 16.800 km² groß – fast drei Mal so viel wie Shanghai (6.300 km²). Von den 20 Millionen Einwohnern sind ca. 12 Millionen Einheimische.

Im Zentrum der Stadt liegt der Platz des himmlischen Friedens und die Verbotene Stadt, auf die man vom sogenannten Kohlehügel aus gut schauen kann. Dort auf dem Hügel ist auch der geografische Mittelpunkt Pekings markiert.

Um dieses Zentrum herum wurden bisher sechs Ringstraßen gebaut, um den Wahnsinnsverkehr irgendwie beherrschbar zu machen. Die zweite Ringstraße führt an der Stelle entlang, an der früher die Pekinger Stadtmauer stand, die in der Qin-Dynastie erbaut wurde. Sie wurde einst für den Bau der U-Bahn abgerissen. Diese Ringstraße ist bereits 32 km lang. Man geht davon aus, dass darin das innere Stadtzentrum liegt. Die nächsten Ringe sind 45, 65, 120 und 200 km lang. Innerhalb des 5. Rings (120 km) zählt die Stadt noch immer zur inneren Stadt. Ein siebter Außenring ist in Planung. Er wird außerhalb von Peking die großen Städte verbinden und soll mal ca. 1000 km lang sein. Dimensionen, die man sich kaum vorstellen kann!

Der Verkehr in Peking ist unvorstellbar. Es sind 5,3 Millionen private Fahrzeuge angemeldet. Um dem Verkehrskollaps Herr zu werden, hat man zu ziemlich drastischen Maßnahmen gegriffen. Es dürfen nicht jeden Tag alle Fahrzeuge unterwegs sein. Bereits zu Olympia wurde ein System eingeführt, dass auch heute noch in ähnlicher Form genutzt wird. Jeden Tag dürfen Autos mit jeweils zwei bestimmten Endziffern nicht fahren, sodass jedes Auto ein Mal pro Woche stehen bleiben muss. Die reichen Chinesen kaufen sich dafür eben zwei Autos, damit sie mobil bleiben können, die anderen müssen mit der Anordnung leben.

Das System ist jedoch insgesamt recht kompliziert, da alle drei Monate gewechselt wird. Wer das Fahrverbot missachtet muss allerdings auch kräftig zahlen.

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auch so etwas passiert: mitten auf einer breiten Hauptstraße, die eh schon Baustelle ist kommt dann auch noch in aller Gemächlichkeit ein Zug gefahren…

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Übrigens dürfen wir in China nicht ohne Weiteres fahren, auch nicht mit Internationalem Führerschein. Jeder Ausländer muss erst einmal eine Fahrprüfung machen. Bei dem Verkehr ist das sicher auch besser ;-)

Wir fuhren als erstes zum sogenannten Kohlehügel. Der leigt nördlich von der Verbotenen Stadt und man hat einen tollen Blick darauf.

Der Hügel war einst eine „Abraumhalde“ der ausgegrabenen Erde des Flutgrabens um die Verbotene Stadt und es wurde dort eben auch Kohle gelagert. Der Hügel ist etwa 50 m hoch und es gibt dort fünf wunderschöne Pavillons. Einer als Zentrum und vier weitere in jeder Himmelsrichtung. Das Ganze ist als wunderschöne Parkanlage gestaltet.

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Am Eingang wie so oft die beiden Löwen – die Löwenfrau und Mutter, die das Löwenbaby schützt und der Löwenmann, der mit dem Ball spielt

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Oben gab es dann einen schönen Blick auf die Verbotene Stadt. Allerdings war es heute Nachmittag ziemlich diesig.

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Wir haben oben auch den geografischen Mittelpunkt Pekings gefunden. Ich stand drauf! ;-)

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Weiter unten dann im Park noch Kaki- und Granatapfelbäume

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…und immer wieder Chinesen, die sich mit Langnasen fotografieren lassen wollten – hier auch mal mit Kind

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Anschließend fuhren wie in die Einkaufsstraße Wangfujing. Interessant war der Markt vor dem Wangfujin, der chinesisches Flair und Snacks bietet. Es gab wieder mal alles, was das Herz begehrt, Sachen die die Welt nicht braucht, aber vor allem auch zu essen. Hier mal einige Bilder von Essen, was einfach so auf der Straße zubereitet und angeboten wurde:

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Eine Besonderheit war dass wir lebende Skorpione gesehen haben, die dann gegrillt wurden und am Spieß verkauft wurden. Sie sollen wohl wirklich essbar sein! Zumindest kosteten Severin und Kristin davon und es ging ihnen auch danach wirklich noch gut ;-)

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So stellt man sich sicher chinesische Läden und Auslagen vor, wo alles mögliche an Souvenirs und anderen Sachen verkauft werden ;-)

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Ich fühlte mich in China IMMER! supersicher und ging auch ohne Angst mit der großen Cam vor mir “spazieren”. Aber in diesem Gewühl auf einem Markt kann man sich sicher vorstellen, dass man die Taschen vor Taschendieben schützen sollte. Die meisten haben ihre Rucksäcke dann einfach nach vorn getragen.

In der riesigen Shopping Mall in der Straße Wangfujing aßen wir noch etwas zu Abend, sehr individuell und ähnlich wie das bei uns in Kaufhäusern so angeboten wird. Anschließend bummelten wir noch etwas. Dieses riesige Kaufhaus unterschied sich kaum zu unseren Großzentren wie z.B. das A10 in Berlin. Selbst die Geschäfte waren zum Teil gleichen Namens. Bestimmte Schuhmarken, H&M, Subway-Restaurant oder vieles mehr gabs auch dort.

Wir waren damit bereits mittendrin in unserem fakultativen Ausflug: der Lichterfahrt durch Peking.

Die nächste Station war wieder mal gigantisch! Wir fuhren zu The Place. Dort gab es eine riiiiiiiesige LED-Lichterwand. Sie war unter das Dach über den Platz eines großen Multizentrums gebaut und war 250×30 m groß!

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Es war faszinierend!

Es wurde dort die Geschichte der Erde mit Musik untermalt dargestellt. Wir genossen diese Atmosphäre und bewunderten „nebenbei“ die tollen Mercedes-„Schlitten“, die unter der LED-Wand ausgestellt waren.

Als letzten Programmpunkt an diesem Abend fuhren wir ins sogenannte Bar-Viertel. Yangang erzählte uns zwar vorher einiges darüber aber so richtig vorstellen konnte ich mir nicht, was mich da erwartet. Dafür war ich umso überwältigter. Ich versuche es am besten zu erklären. Ein kleiner See mit schätzngsweise über einem km Umfang und rundum führt eine Uferpromenade. An dieser Promenade ist eine Bar oder Kneipe an der anderen. In fast allen gibt’s Live-Musik, vor vielen Bars viele Tische draußen, oftmals mit Couch und Sesseln, also Lounge-Charakter. Dazu alles wundervoll erleuchtet und bereits kurz nach 21:00 Uhr Massen an flanierenden Menschen. Der Abend mit Temperaturen um die 20° tat ein Übriges zur wunderbaren und faszinierenden Atmosphäre. Es fehlte dann eigentlich nur noch der Cocktail und das gemeinsame Sitzen draußen.

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sogar ein echtes Lama hielten sich dort Barbesitzer als Haustier ;-)

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Wir fuhren zum Hotel – wir sind im Holiday Inn untergebracht. Nachdem wir letztendlich noch eine Weile auf unsere Koffer warten mussten, gingen wir noch auf einen Wein runter in die Lobby-Bar.

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Ein Blick in unser Zimmer – in dieser Dimension lebten wir die ganze Reise, die Einzelbetten waren schon allein so breit, wie häufig Doppelbetten.

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Pekings Zentrum und die Verbotene Stadt

Samstag, 19. Oktober 2013 – Teil 1

Heute nun waren die Sehenswürdigkeiten in Pekings Zentrum angesagt.

Zunächst war der sicher größte befestigte Platz der Welt unser Ziel – der Tian’anmen-Platz – oder bei uns bekannter als Platz (vor dem Tor) des himmlischen Friedens. Dieser Platz ist ca. 40 Hektar groß! Allerdings ist es nicht nur allein eine Freifläche, es gibt einige Bauten auf dem Platz. Das wichtigste für die Chinesen ist sicher das Mausoleum von Mao Zedong, das nach seinem Tode 1976 auf dem südlichen Teil des Platzes errichtet wurde.

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An der Nordseite steht das Tor des himmlischen Friedens, hinter dem sich die Verbotene Stadt befindet und von dem sicher fast jeder schon einmal ein Bild gesehen hat. An der Mauer dieses Tores hängt ein großes Portrait von Mao.

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Er hatte 1949 vom Balkon dieses großen roten Torbogens die Volksrepublik China ausgerufen.

Auf dem Platz steht das Denkmal für die Helden des Volkes im Kampf um die Befreiung. Dort legt die Staatsführung jeweils am 1. Oktober Blumengebinde nieder. Außerdem hat man den Platz für die vorhergehende Nationalfeiertagswoche sehr schön bepflanzt und z.B. mit einer riesigen Blumenschale geschmückt.

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Im Westen des Platzes steht die Große Halle des Volkes – eine Kongresshalle für 10.000 Besucher, in der auch die Staatsbesuche empfangen werden und im Osten steht das Chinesische Nationalmuseum; das größte Museum Chinas.

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Bis 2011 war dieser Platz nicht öffentlich zugänglich, da er zum Kaiserpalast gehörte. Seitdem ist er jedoch ein wichtiger Platz für Touristen geworden – sowohl einheimische als auch internationale Besucher – aber auch für Demonstrationen, Kundgebungen und Feierlichkeiten. Es sollen bis zu einer Million Menschen darauf Platz finden.

Wir schlenderten über diesen Platz – nachdem wir wie immer hier auf der Reise üblich, uns einer normalen Kontrolle wie normalerweise am Flughafen unterziehen mussten – und bestaunten die ewig lange Schlange von Menschen, die ganz langsam laufend diszipliniert darauf warteten, irgendwann einmal an den sterblichen Überresten von Mao Zedong in dessen Mausoleum vorbeiflanieren zu dürfen.

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Wir bewunderten die Größe und Dimension und diesen riesigen Blumenkorb, der mitten auf dem nördlichen Teil des Platzes stand. Daran sind wir ja schon vorbei gefahren, als wir auf der Straße des ewigen Friedens fuhren. Übrigens die breiteste Straße Chinas – ich zählte sechs Fahrspuren – aber in einer Richtung! – soweit sie zumindest zählbar waren. Bei dem chaotischen Verkehr hier in China ist das nicht immer ganz sicher, wie viele Autos eigentlich nebeneinander fahren dürften. ;-) Diese Straße geht übrigens von Westen nach Osten Pekings und ist 42 km lang! Auf dieser Straße findet auch Anfang Oktober immer die Militärparade statt.

Auch gab es hier wieder zwei riesige LED-Wände.

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Endlich schafften wir es auch einmal, vor dem Torbogen zur Verbotenen Stadt  ein komplettes Gruppenbild von unserer Reisegruppe zu machen.

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Bevor es dann in die Verbotene Stadt ging, war noch einmal „Harmoniepause“. Das wurde seit Chonqing zum geflügelten Wort in unserer Gruppe. Unsere damalige Ortsreiseführerin informierte uns mit der Ansage, dass es noch eine Pause in den Harmoniehallen geben sollte.  Nach etwas Verblüffung unsererseits mit den wirresten Vorstellungen, was da wohl auf uns zukommen könnte, stellte sich heraus, dass es nur eine charmante Umschreibung für eines unserer wichtigsten Grundbedürfnisse am Tag ist.

Ganz ehrlich, diese „Harmonie“ verspürten wir jedoch nicht immer – und besonders nicht bei dem Massenandrang am Tian’anmen-Platz. Und dann muss man noch ergänzen, dass vor allem bei uns Damen nicht immer wirklich harmonische Verhältnisse herrschten. Meistens suchten wir die uns bekannten Toiletten vergeblich. Hier in China waren „Bückbecken“ angesagt. Allerdings merkte ich sehr schnell, dass diese deutlich hygienischer waren als alles andere. Insofern war nach ein paar wenigen Tagen diese Sucherei nach der „richtigen“ Kabine für mich erledigt.

Wir gingen nun über eine der Stein-Brücken durch das Tor in die Verbotene Stadt. Auch hier gab es übrigens früher wieder die gewohnte Rangordnung. Über die mittlere Brücke ist nur der Kaiser gegangen, und dann abgestuft daneben über die weiteren Brücken die hochrangigen, mittleren oder niedrigeren Beamten.

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Auch hier auf der Brücke wie so oft auf dem Platz sieht man Polizei, auch gibt es eine regelmäßige Wachablösung.

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Die Verbotene Stadt wurde in der unglaublich kurzen Zeit von 1406 bis 1420 von einer Million Sklaven und 100.000 Kunsthandwerkern erbaut. Der Grund war die Verlegung der Hauptstadt des Großreichs Chinas von Nanjing nach Peking um die Stellung Nordchinas gegen die Mongolen zu sichern. Sie war der Kaisersitz bis 1924. Bis dahin war der einfachen Bevölkerung keinerlei Zutritt gestattet – deshalb eben die Verbotene Stadt. Seitdem wohnt dort niemand mehr. 1987 wurde sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Auf 720.000 Quadratmeter Fläche und einer bebaute Fläche von 150.000 m² gibt es 890 Paläste sowie zahlreiche Pavillons, Gärten, Grünflächen und große Steinplätze. Da nur der Himmel einen Palast mit 10.000 Räumen haben darf, wurde darauf geachtet, insgesamt nur 9.999 und einen halben Raum zu erbauen. Mit Haupt- und Nebenfrauen, Konkubinen, Kindern und Eunuchen lebten hier bis zu 3.000 Personen.

Die Stadt ist von einer 10 Meter hohen und 3428 Meter langen Mauer sowie von einem 3800 Meter langen, 52 Meter breiten und 6 Meter tiefen Wassergraben umgeben. Zu allen vier Himmelsrichtungen befindet sich ein Tor.

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Das größte und wichtigste Gebäude ist die 2.400 m² große Halle der Höchsten Harmonie. Hier wurden Kaiser gekrönt und vermählt. In dieser Halle befindet sich der berühmte goldene Drachenthron und der Bau wird von einer dreistufigen Marmorterrasse umgeben.

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Diese Halle ist 35 Meter hoch und wird von 24 Säulen getragen. Kein Gebäude in Peking durfte die Verbotene Stadt in der Höhe überragen.

Die goldene Farbe war ebenso wie dunkelrot die vorherrschende Farbe in der Stadt. Dunkelrot galt als Symbol für den Polarstern. Es sollte zeigen, dass der Kaiserpalast im Zentrum des Universums liegt. Die goldenen Dächer sind das Symbol für die absolute Herrschaft und die höchste Würde.

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Auf den Dachecken sind überall kleine Figuren zu sehen. Sie sollen Schutz vor Blitz und Donner geben und die bösen Geister fernhalten. Sie sind immer in einer ungeraden Zahl angeordnet. Maximal neun Figuren – für die Gebäude des Kaisers – die niederen Beamten hatten allerdings lediglich eine Figur auf dem Dach.

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Wir flanierten durch die Stadt und schauten uns einiges an. Unter anderem kamen wir an der Kranich- und der Schildkrötenfigur vorbei, die ein langes Leben symbolisierten.

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Auch gab es eine amüsante Geschichte. Einst hatte ein Kaiser ein Fahrrad geschenkt bekommen und wollte nun natürlich das Fahren üben. Weit kam er jedoch in seinem Palast nicht. Überall gab es Schwellen, über die er sein Rad heben musste. Kurzerhand ließ er auf der rechten Seite der Nord-Süd-Achse alle Schwellen entfernen und konnte damit durch den kompletten Palast fahren, der fast einen Kilometer lang ist.

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Dieser Weg ist aus einem einzigen großen Marmorstein hergestellt. Der Weg ist 16,75 m lang, über 3 m breit und 1,7 m dick. Er wiegt mehr als 200 Tonnen und wurde 1761 durch die Straßen Pekings transportiert. Damals machte man sich die Wetterverhältnisse zunutze und transportierte den Stein bei Frostgraden auf vereister spiegelglatter Straße.

Hier noch einige Imperessionen aus der Verbotenen Stadt, zum Beispiel einige Ansichten von verzierten Außenwänden.

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und hier das Tor am anderen Ende der Stadt:

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Nach dem Kaiserpalast und dem Mittagessen besuchten wir eine Perlenzucht. Dort erfuhren wir, dass die Muscheln mit Fremdpartikeln geimpft werden und im Laufe der Jahre dann daraus die Perlen wachsen. Dafür wird die innere Membran einer anderen Muschel genutzt und klein gestückelt der Muschel eingesetzt. In einer Muschel wachsen auf diese Weise bis zu 30 Perlen.

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Allerdings muss man auch ca. acht Jahre warten bis sie eine entsprechende Größe haben. Am wertvollsten sind die Schwarzperlen.

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Der Himmelstempel

Samstag, 19. Oktober 2013 – Teil 2

Am Nachmittag besuchten wir den Himmelstempel.

In dieser größten Tempelanlage Chinas beteten die Kaiser jedes Jahr um eine gute Ernte. Da ein Kaiser als der Abgesandte des Himmels auf Erden galt, war er es, der mit dem Himmel in Kontakt treten und dessen Wohlwollen erbitten konnte.

Wiederholt schlechte Ernten konnten auch für den Kaiser gefährlich werden, bedeuteten sie doch, dass er das Wohlwollen des Himmels verloren hatte, und damit die Legitimität, das Reich zu regieren. Nicht wenige Umstürzte in der chinesischen Geschichte wurden so ausgelöst.

Die gesamte Anlage ist von einer kilometerlangen doppelten Mauer umgeben. Im nördlichen Teil der Anlage haben die Mauern einen runden Grundriss, während der südliche Grundriss viereckig ist. Von oben betrachtet sieht der Mauergrundriss also wie eine langgezogene Kuppel aus. Diese Form rührt aus der Vorstellung, dass der Himmel rund und die Erde eckig sei. Durch die doppelte Mauer um die gesamte Anlage, in einem Abstand von etlichen Metern, entstehen ein innerer und ein äußerer Bereich des Tempels. Die wichtigsten Gebäude der Anlage befinden sich im inneren Bereich. Auch der innere Bereich ist von einer Mauer unterteilt und bildet so einen nördlichen und einen südlichen Teil des Tempels.

Wir gingen vom südlichen Teil der Tempelanlage aus und kamen als erstes zum Himmelsaltar.

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Er wurde erstmals 1530 errichtet und bestand damals aus blauen Steinplatten. Erst 1749 wurde er aus weißen Bruchstein gebaut und wesentlich vergrößert.

In der Mitte obenauf ist ein runder Stein, der als Mittelpunkt Chinas bezeichnet wird. Dabei leitet man ab, dass China das Reich der Mitte ist und der Stein die Mitte der Mitte. Natürlich hatten wir alle das Bedürfnis auch einmal in der Mitte der Mitte zu stehen. ;-)

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Sehr auffällig ist die Zahlensymbolik am Himmelsaltar. Wie der Himmel, der Süden und die Sonne gehören auch die ungeraden Zahlen zum Element yang, mit der Neun an oberster Stelle. So misst die oberste Plattform des Altars 9 zhang (etwa 27 m) im Durchmesser, die mittlere 3 mal 5 zhang (45 m), die untere 3 mal 7 zhang (63 m). Auch die Säulen folgen einem Neunerrhythmus, oben 36 (9 mal 4), in der Mitte 72 (9 mal 8) und unten 108 (9 mal 12); insgesamt sind es 216 (9 mal 24).

Da dürfen natürlich auch die Bodenplatten nicht aus dem Rahmen fallen, so dass sich um die große runde Platte in der Mitte 9 Platten legen. Jeder folgende Ring hat 9 Platten mehr, bis auf der obersten Ebene 81 (9 mal 9) erreicht sind. Auf der nächsten Ebene geht es mit 90 (9 mal 10) weiter bis 162 (2 mal 9 mal 9), auf der dritten Ebene bis 243 (3 mal 9 mal 9).

Weiter nördlich kamen wir zum zweiten großen Gebäude, dem kaiserlichen Himmelsgewölbe, einer kreisrunden Tempelhalle.

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Sie ist umgeben von der „Echomauer“, einer sehr glatten und exakt kreisförmigen Mauer. Durch ihre runde Form werden Schallwellen an der Mauer entlanggeführt und können überall an der Mauer wahrgenommen werden. Spricht man also gegen die Echomauer, kann man selbst an der gegenüberliegenden Stelle hören, was gesagt wurde. Bei uns gab es jedoch solch einen großen Besucherandrang, dass dies kaum auszuprobieren war.

Dann kamen wir zum wichtigsten Gebäude der Anlage, der „Halle der Ernteopfer“.

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Dies ist ein kreisförmiges Gebäude und wohl das bekannteste Gebäude aus der Anlage des Himmelstempels. Diese Halle wurde 1420 errichtet, brannte 1889 jedoch ab und wurde 1890 neu errichtet.

Der Durchmesser beträgt 30m und die Halle ist genau 38 m hoch. Ebenfalls besitzt sie ein dreistufiges Dach. Das Dach ist mit über 50.000 blauen Glasurziegeln bedeckt, die den Himmel darstellen sollen. Die Halle steht auf einer dreistufigen etwa 20 Meter hohen Marmorterrasse
In dieser Halle gibt es 28 Säulen. Die vier inneren Säulen tragen das oberste Dach und repräsentieren die vier Jahreszeiten. Die nächste Runde besteht aus zwölf Säulen, die für die zwölf Monate stehen, während die äußeren zwölf Säulen die zwölf Doppelstunden des Tags symbolisieren.

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Die Hallen sind durch einen 360 Meter langen Marmorsteg verbunden, der sogenannten Danbi-Brücke. Der Kaiser musste diesen Weg zwei Mal im Jahr zur Verehrung des Himmelsgottes zu Fuß gehen.

Die gesamte Tempel-Achse mit Terrasse und Hallen ist 1200 Meter lang und wird von alten Bäumen flankiert. Damit ist der Himmelstempel nach eigenen Angaben die längste Anlage zur Himmelsanbetung der Welt.

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Wegen seiner kulturellen und architektonischen Bedeutung wurde der Himmelstempel in die Liste der UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Er spielte nicht nur kulturell eine wichtige Rolle im späten dynastischen China, sondern ist auch ein wichtiges Bauwerk der klassischen chinesischen Architektur in Peking.

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Das Tor “am Ende” der Anlage.

In der Anlage war es wunderschön, dazu hatten wir traumhaftes Sommerwetter und keinen Smog oder Nebel. Ich habe es genossen und so manches schöne Foto gemacht.

Danach sind wir noch in eine Kung Fu-Show gegangen. „Chun Yi – The legend of Kung Fu“ erzählte von einem kleinen Jungen, der die Kampfkunst bei einem großen Meister lernen sollte, aber eigentlich nicht dort bleiben will. Erst durch zwei weitere junge Schüler, die bereits gut geschult zum Meister kamen, entdeckte er seine Freude am Kampfsport. Die Show zeigt seine Entwicklung bis dahin, dass er selbst der Meister des alten Klosters wurde.

Die Show zeigte beeindruckende artistische und sportliche Leistungen der Kung-Fu-Sportler. Ich war sehr begeistert.

Danach aßen wir noch zu Abend im Hotel und genossen den restlichen Abend in Ruhe.

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Morgen gehts zur Mauer!

19. Oktober 2013

Hier eine Kurzmeldung: wir hatten heute herrlich sonniges (so um die 20° C), aber windiges Wetter und damit keinen Smog – die Sicht auf dem Platz des himmlischen Friedens, in der Verbotenen Stadt und im Himmelstempel war traumhaft. Hoffentlich dann morgen auch für die Mauer.

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Magic Moments!

Sonntag, 20. Oktober 2013

Es gab schon viele beeindruckende Dinge, die ich in meinem Leben gesehen habe. Aber heute gab es eines der größten Erlebnisse. Ich stand auf der Großen chinesischen Mauer!

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Ich kann dieses überwältigende Gefühl kaum beschreiben!

Dazu kam, dass wir Postkartenwetter hatten. 20-25° C, pure Sonne satt, klare und kilometerweite Sicht, strahlend blauer Himmel, der Herbst zeigte sich in seinen wunderschönen bunten Farben – einfach ein Traum!

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Ich hatte heute wirklich das Gefühl, nun endlich in China angekommen zu sein.

Wir besichtigten die Mauer in Badaling, ein wunderschönes Stückchen Erde – die Mauer, wie ich sie mir immer vorgestellt habe. Hier ist ein kilometerlanges Stück sehr gut restauriert. Es liegt ca. 70 km nördlich von Peking und ich hab schon sehnsüchtig während der ganzen Fahrt jeden Blick auf ein Stück Mauer erhascht. Da wir herrliche Sicht hatten war das natürlich sehr einfach. Ich hatte das erste Stück Mauer schon kilometerweit vor uns das erste Mal entdeckt.

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Die Mauer bei Badaling ist auch der am häufigsten von Touristen frequentierte Abschnitt. Dieses Stück ist komplett restauriert und aufgebaut und auch mit der nötigen Infrastruktur – Hotels und Restaurants – versehen.

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Der erste Blick auf “unsere” Mauer

Der „Einstieg“ ist am tiefsten Punkt, etwa in der Mitte des begehbaren Stücks.

Irgendwie hatte ich nicht so genaue Vorstellungen, wie das Ganze eigentlich vonstattengeht. Im Vorfeld hieß es nur, dass wir viele Stufen steigen müssen. Ich hatte die Vorstellung, man könne auf der Mauer entlang spazieren und müsse eben nur erst mal hochkommen. Aber weit gefehlt! Das „Raufkommen“ war mit ein paar Stufen erledigt. Aber dann! Die Mauer schlängelt sich ja an den Bergen entlang, nimmt also jede Steigung und jedes Gefälle des Berges mit. Dadurch die Stufen und das „Erklettern“ der Mauer und nix mit Spazierengehen! ;-)

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Wir wählten auch noch die schwerere und steilere Seite aus – wurden dann jedoch mit traumhaften Ausblicken belohnt!

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Es ist schon bemerkenswert, wie das ganze Bauwerk gebaut wurde. Man hat sehr steile Abschnitte, die man einfach hochlaufen muss, und an vielen Stücken waren Treppen. Die manchmal auch sehr, sehr steil. Und dann natürlich nie DIN-gerecht. Mal kleine Höhen zu überwinden, ein nächstes Mal waren die Stufen so hoch, dass man sich besser am Geländer mit hochzog. Eigentlich war der Aufstieg ziemliche Schwerstarbeit. Aber da wir dauernd irgendwelche Fotostopps machten, war das Ganze gut erträglich ;-)

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Außerdem war ja unser Laurentia-Muskelkater nun endgültig vorbei! ;-)

Kurz nach dem höchsten Punkt sahen wir dann eine dicke Bescherung! Da gab es doch tatsächlich eine Seilbahn bis da hoch! So ein Schummel! ;-)

Dort hatten wir auch noch ein paar nette Erlebnisse. Die Chinesen haben uns „Langnasen“ ja andauernd zum Fotografieren gebeten. Ich möchte nicht wissen, in wie vielen chinesischen Fotoalben wir in der nächsten Zeit zu finden sind! Sogar die Kleinkinder haben wir dauernd in den Arm gedrückt bekommen – egal ob das den Kids gepasst hat oder nicht. An der Cable-Car-Station haben dann ein paar Chinesen wieder unbedingt Fotos machen wollen – haben die aber mit meinem Apparat gemacht und wollten das Foto auch gar nicht! Souvenir halt – für uns! Einfach liebenswert!

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An der Stelle kehrten wir dann wieder um, ein weiteres Beklettern schien keine weiteren spektakuläreren Aussichten und Bilder zu bringen. Lieber wollte ich auf dem gegenüberliegenden Teil noch mal hochsteigen. Insgesamt hatten wir reichlich zwei Stunden Zeit – ich hätte den ganzen Tag dort verbringen können!

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Auf dem anderen Teilstück kam ich auch noch sehr weit. Es ist genau das Stück Mauer gewesen, was gewöhnlich als Sinnbild der Mauer auf Fotos dargestellt ist.

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und der Blick “zurück” – dieses ganze Stück bis weit hinter dem höchsten Punkt war ich nach oben “geklettert”

 

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An einem der oberen Aussichtspunkte angekommen musste ich jedoch dann umdrehen. Es war mittlerweile Mittagszeit und bei diesem schönen Wetter am Sonntag sind nicht nur die Touris unterwegs sondern auch tausende Chinesen. Dadurch staute es sich an den Engstellen und schönsten Fotopunkten etwas.

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Ich genoss noch die Ausblicke ca. zehn Meter unterhalb des Wachturms, der der eigentliche begehrte Punkt von mir war, auch die Sonne und die Wärme und dieses Wahnsinnsgefühl auf einem der neuen Weltwunder zu stehen.

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Leider ging die Zeit für den Ausflug zu Ende und ich musste zum Treff ins Restaurant zum Mittag gehen. Es fiel mir unendlich schwer, den Fuß von der Mauer zu nehmen. Sicher ist es für einen Außenstehenden kaum vorstellbar, wie man sich dort fühlt. Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl dort – ein magischer Moment im Leben.

Nach dem Mittag fuhren wir dann in die Stadt zurück – und wieder vorbei an vielen Mauerstücken. Selbst der Anblick dieser Teile assoziierte wieder diese große Bedeutung dieses Bauwerks.

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Unsere nächste Station war der Olympiapark. Wasserwürfel, Vogelnest und weitere Hallen konnte ich alle sehen. Das Vogelnest ist wirklich imposant und interessant. Es waren wieder tausende Menschen unterwegs – eben Sonntagnachmittag mit Traumwetter! – die Atmosphäre war auch dort sehr bewegend.

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riesiger Boulevard und an beiden Seiten stehen die Olympiahallen – rechts das Vogelnest

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und links der Wasserwürfel und weitere Hallen

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hier noch ein paar Impressionen

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Gegenüber dem Olympiapark gibt es das teuerste Hotel Chinas – die Dachkonstruktion ist faszinierend.

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Danach gabs noch einen fakultativen Ausflug – Rikscha-Fahren!

Als wir dorthin fuhren und an einer Kreuzung standen, gabs wieder mal “Oma-undOpa-Disko” – also nun auch hier in Peking

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Vor dem Rikscha-Fahren besuchten wir jedoch noch eine Familie in einem Houtong.

Hutongs sind kleine enge Gassen und Wohnhöfe, von denen es einst in Peking ca. 6.000 gab. Nachdem 1976 nach dem großen Erdbeben in China immer mehr Menschen nach Peking eingewandert kamen und Wohnungen suchten, riss man ca. 5.000 dieser Hutongs ab und baute Wolkenkratzer dafür. Jetzt sind die verbliebenen ca. tausend Hutongs, die es nur noch im Zentrum Pekings nahe des Platzes des himmlischen Friedens gibt, unter Denkmalschutz gestellt.

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Charakteristisch sind diese Gassen, die z.T. sehr eng sind und manchmal sogar nur 60 cm breit sind. Wir sind jedoch nur durch breitere Gassen gefahren, die auch mit einem Auto befahrbar waren. In den Houtons gibt es meist keine eigenen Bäder und Toiletten im Haus, dafür aber an jeder Ecke öffentliche Toiletten. Die Anwohner nutzen diese öffentlichen Toiletten ganz normal – vielleicht kommt auch von da diese chinesische Mentalität des Herumlaufens im Schlafanzug. ;-)

Die Wohnungen sind dort meist nur sehr klein und es wohnen oft mehrere Generationen noch zusammen.

Wir besuchten ein Rentnerehepaar, das eine sehr schön ausgebaute und auch große Wohnung hatte. Der Urgroßvater hatte 1937 dieses Anwesen gekauft und der Ehemann wohnt nun bereits seit über 70 Jahren dort. Früher haben bis zu 20 Personen in diesem Haus gewohnt. Es ist jedoch auch relativ groß, insgesamt ca. 300 m² Grundstück mit über 170 m² Wohnfläche.

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Das Paar gehört zum chinesischen Mittelstand. Sie haben 2011 alles sehr liebevoll restauriert – und haben sich da auch ein eigenes Bad und Toilette eingebaut. Dazu gehört ein großer Wohnhof, in dem zwar alles gepflastert ist, aber dennoch zwei Granatapfelbäume gedeihen.

Nach diesem Besuch und der Besichtigung der Haupträume der Wohnung gings auf die Rikscha. Immer zu zweit – und wir wurden durch die Hutongs in der Altstadt gefahren. Es war sehr interessant etwas vom Leben dieser Leute hier zu sehen. Ein kleiner Zwischenstopp im Einkaufs- und Künstlerviertel war sehr schön, danach gings nochmal durch die Gassen.

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immer wieder gab es diese Stromleitungen zu sehen…

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Ein Bummel durch eine alte Gasse und weitere wunderschön restaurierte Straßen beendete das Ausflugsprogramm für heute.

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ein Gullydeckel…

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Im Hotel trödelten wir noch etwas, ich arbeitete noch am PC und wir trafen uns später noch auf ein Glas Wein.

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Interessantes zur Großen Chinesischen Mauer

Die chinesische Mauer ist eines der Wahrzeichen Chinas und wird im Chinesischen als “Zhōngguó Chángchéng” bezeichnet, was so viel wie “lange chinesische Mauer” bedeutet. Sie ist ein Monument der wechselvollen Geschichte des Landes und entstand als Grenzbefestigung des chinesischen Kaiserreiches, um sich vor räuberischen nomadischen Reitervölkern zu schützen – dieses als Hunnen bezeichnete Volk beendete daraufhin die Angriffe auf China und zog nach Westen, wo es zum Sturz des Römischen Reichs beitrug. Heute wird die Mauer von vielen Touristen besucht und gilt als das größte Bauwerk der Welt.

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Entstehung der chinesischen Mauer

Auch in China gab es in den Jahrhunderten vor Christus viele kleine Reiche, die sich untereinander bekriegten. Deswegen entstanden an verschiedenen Stellen Lehmmauern, die zum Schutz gegen die Nachbarreiche gedacht waren. Zur besseren Haltbarkeit wurden diese Mauerabschnitte mit Stroh- und Reisigschichten ausgestattet, allerdings sind sie in dieser Form heute nicht mehr erhalten.  Erst ab 214 v. Chr. wurde die Mauer zum Schutzwall, da sich der erste chinesische Kaiser Qin Shihuangdi über den Gelben Fluss ausdehnte und sich gegen nomadische Reitervölker aus dem Norden schützen musste. Zu Beginn wurden die vielen einzelnen Mauerstücke von früher erst einmal verbunden. Auch wurden zu diesem Zeitpunkt bereits stabilere Natursteinplatten aufeinander geschichtet.

Die Mauer wurde bereits damals mit Zinnen und Türmen ausgestattet, wodurch die Verteidigung stark vereinfacht wurde.

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Es gibt einige Theorien zum Mauerbau. Auf jeden Fall mussten Männer, Frauen und sogar Kinder an der Mauer arbeiten. Sie wurden aus dem ganzen Land zusammen getrieben. Während des Bauhöhepunktes arbeiteten ca. 20% der Bevölkerung an der Chinesischen Mauer. Sie waren meist nur in Lumpen gekleidet, hatten kaum etwas zu essen und waren erschöpft von der Arbeit, da sie nur mit ihren Händen an der Mauer bauten.

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Einige Experten sagen, es gab über 250.000 Tote in dieser Zeit und die Leichen wurden sogar in die Mauer eingebaut, weshalb die Mauer auch den Namen „der lange Friedhof“ hat. Dies ist jedoch umstritten.

Andere behaupten wieder, dass mehr als eine Million hier den Tod fanden und dass die Leichen allerdings nicht eingebaut wurden, da dies statische Probleme verursacht hätte.

Herausfinden wird man dies wohl nie.

Todesursachen waren vor allem Hunger und Krankheiten. Auch sollen die Arbeiter von ihrem Aufsehern totgeprügelt worden sein, wenn sie nicht mehr genügend gearbeitet haben oder gar versucht haben, davon zu laufen. Dies war ein gutes Mittel  zur Abschreckung und zur Disziplinierung der anderen Arbeiter.

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Die Baumaterialien hingen sehr vom Baugebiet ab, es wurde jedoch vor allem mit Lehm gearbeitet. Dieser wurde zwischen Bretterwände gelegt und festgestampft. Dies wurde zum Teil mehrfach wiederholt, bis die entsprechende Höhe erreicht war.

Die Chinesische Mauer wurde so groß gebaut, damit auf ihr ganze Wagen und Boten reisen konnten, um auch den Informationsfluss in China aufrecht zu erhalten.

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Auch nach dem Tod des Kaisers wurde weiter gebaut, jedoch erst im 14. Jahrhundert wieder stärker und intensiver. Dann jedoch baute man die Mauer mit einer Mischung aus gebranntem Kalk und Klebreis und nicht mehr aus Lehm. Diese Mischung war fast so fest wie der heutige Zement. Auch bestand sie aus gebrannten Steinen oder auch Natursteinen, die von einem Mörtel aus gebranntem Kalk zusammengehalten wurden. Füllungen aus Sand, Schotter oder Lehm ließen eine Zyklopenmauer entstehen, wie sie beispielsweise auch in den südlichen Teilen Europas exisiteren. Diese Bauweise verlieh der Mauer immer bessere Stabilität und machte sie zu einem leistungsstarken Schutzwall gegen kriegerische Reitervölker.

Auch wurden größere Türme errichtet, die als Lager und Schlafraum genutzt wurden.

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Die Mauer weist aber auch gewisse regionale Besonderheiten auf – unterschiedliche Breite, verschiedene Abstände der Wachtürme oder auch die Höhe der Mauer. Bei Peking hat sie auf der Krone eine Breite von 4 bis 8 m und ca. 10 m an der Basis und es ist eine Höhe von 6 bis 9 m üblich. Im Abstand von einigen hundert Metern wurden ca. 12 m hohe Türme errichtet

Die Mauer zog sich teilweise durch gebirgige Regionen, teils aber auch zur Küste hin oder durch die Wüste. Dadurch gilt sie gleichzeitig als architektonisches Wunderwerk, da ihr Bau auf die jeweiligen regionalen Baubedingungen abgestimmt sein und sich dennoch zu einer Einheit verbinden lassen musste.

In der Blütezeit des Bauwerks soll es bis zu 25.000 Wachtürme gegeben haben und ca. 15.000 weitere Signaltürme. Sie waren neben der Nutzung als Signaltürme auch gleichzeitig Waffenlager.

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Mittlerweile ist aber auch bekannt, dass die Mauer nicht nur eine Verteidigungsanlage war, sondern auch die Händler schützte. Es wurde ein Mauerabschnitt in der Wüste Lop Nor gefunden, wo es eigentlich gar keine Verteidigung mehr geben brauchte. Dieser Mauerabschnitt war Bestandteil der Seidenstraße, auf der reich beladene Karawanen jahrhundertelang unterwegs und immer wieder von Überfällen bedroht waren.

Die Länge der Mauer

Die Chinesische Mauer wurde 2008 neu vermessen. Danach ist sie genau 8851,8 km lang.

Hier vielleicht ein paar Vergleiche:

  • Deutschlands Grenzen haben eine Länge von ca. 3700 km. Die chinesische Mauer würde also mehr als zwei Mal um ganz Deutschland reichen.
  • Würde man sie in den USA aufstellen, würde sie von der West- bis Ostküste reichen.
  • Würde man die Mauer abtragen und eine 6 Meter hohe und ein Meter breite Mauer daraus bauen, dann würde die Große Mauer um die ganze Erde reichen.

Ehrlicherweise ist es jedoch so, dass 2200 km der Mauer bereits naturbedingt sind. Es sind vor allem Berge und steile Felsen, sowie Flüsse, die auch Teil der Mauer sind.
Es wurde an vielen Stellen gleichzeitig gebaut und damit manche Abschnitte auch nicht verbunden.

Wenn man die losen Stücke in der Landschaft mitzählt, würde man insgesamt auf eine Länge von 9800 km kommen.

Nach neuesten archäologischen Erhebungen gab nun jedoch das chinesische Amt für Kulturerbe im Juni 2012 die Gesamtlänge mit 21.196,18 km an. In der Erhebung von 2008 sollen wohl nur die Teile der Großen Mauer erfasst sein, die während der Ming-Dynastie (1368–1644) gebaut wurden.

Also lassen wir es dabei: es bleibt alles einfach nur gigantisch, egal wie lang die Mauer einstmals wirklich war.

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Heute sind von der Großen Mauer Chinas nur noch etwa 513 km in einem sehr guten Zustand. Der Rest der Großen Mauer ist durch die Natur zum Teil sehr stark beschäfigt worden, Viele Stücke sind völlig von wild wachsenden pflanzen überwuchert und schon stark zerfallen.
Bis vor wenigen Jahren haben viele Menschen die Mauer auch noch als Steinbruch genutzt und sich Steine für einen Hausbau beschafft. Seit 2006 ist es jedoch strengstens verboten und wird auch sehr hoch bestraft, sodass der Abbau gestoppt scheint.

Unser Mauerabschnitt in Badaling wurde bereits 1957 restauriert und für Touristen geöffnet. Aber auch andere Teile gibt es, die touristisch sehr begehrt sind oder auch als Geheimtipp vor allem für Fotografen gelten – ich glaube, ich muss noch einmal einen “Mauer-Urlaub” nach China planen ;-)

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Heute gibt es auch immer wieder Events an der Mauer. So zog die Mauer 1986 auch den Zauberkünstler Davon Copperfield an, der sich durch die Mauer hindurch zauberte. Wie er das jedoch wirklich gemacht hat, bleibt ein Rätsel. Für alle Fälle gibt es noch in der amerikanischen Version von youtube noch ein Video von dieser Durchquerung.

Von der UNESCO wurde die Mauer bereits 1987 zum Weltkulturerbe erklärt und vor ein paar Jahren zu einem der neuen Sieben Weltwunder.

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Die große gelbe Ente

Montag, 21. Oktober 2013

Kurz vor meinem Abflug zu Hause ging es durch die Gazetten, dass die große gelbe Ente des niederländischen Künstlers Florentijn Hofmann gerade auf dem See am kaiserlichen Sommerpalast in Peking Station macht.

Diese Sommerresidenz war heute unser Ziel.

Wir ließen es heute gemächlich angehen und fuhren erst um 10 Uhr los. Das Ausschlafen und die morgendliche Ruhe waren auch dringend notwendig. Der Sommerpalast ist auf einem riesigen Terrain gebaut. Mit 290 ha ist er größer als der Himmelstempel und immerhin 4x größer als die Verbotene Stadt.

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Diese Anlage hat eine wechselvolle Geschichte, wurde vor 1000 Jahren von der kaiserlichen Familie angelegt und fiel in den letzten zwei Jahrhunderten nach einer bereits erfolgten Sanierung zwei Mal Plünderungen zum Opfer. Die Anlage wurde jedoch immer wieder aufgebaut.

Dieser Sommerpalast ist auch eins der Lieblingsausflugsziele der Pekinger, da durch den großen See ein besonderes Mikroklima herrscht. Im Sommer ist es dort einige Grad kühler als im restlichen Peking.

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Die Übersetzung des originalen chinesischen Namens lautet übrigens: Garten der harmonischen Einheit.

Diese Residenz hatte drei Funktionen: Regierungssitz sowie Wohn- und Vergnügungsviertel.

Wir sind durch das Osttor hineingegangen. Dort ist als erstes der Regierungsteil.

In der Halle des Wohlwollens und der Langlebigkeit seht noch immer der originale Thron und der Schreibtisch des letzten Kaisers. Von dort aus hat er im Sommer residiert.

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Im Garten davor steht ein besonders großer Stein mit vielen Löchern, der früher durch einen sehr reichen Chinesen aus Südchina geholt wurde.

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Darüber hinaus stehen weitere vier kleinere Steine, die die Jahreszeiten symbolisieren. An einem lebten wir unsere Spielphantasien aus und ließen auch mal die Talismänner und gekauften Maskottchen zwischen den Löchern posieren ;-)

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Auch ein Drache steht im Garten. Es ist einer der Söhne des großen Drachens – Qiling – und er ist ein Glücksbringer. Aber auch Phönix-Figuren und Weihrauchfässer stehen im Garten vor der Halle. Alles symbolträchtige Reliquien.

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Die Sommerresidenz ist an einem See, der einst künstlich gebaut wurde. Es durchschnittlich nur ca einen Meter tief und die allertiefste Stelle lediglich zwei Meter.

Auf diesem See erholen sich viele Chinesen beim Tretbootfahren. Mit darauf eben auch die große gelbe Ente mit 18 m Höhe. Sie passt sicher kaum an einen anderen Ort der Welt besser als in Peking ;-)

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Die Erde für den See wurde einst auf einen Hügel aufgeschüttet, auf dem dann eine buddhistische Anlage gebaut wurde. Es ist der Berg der Langlebigkeit – wie alles in China immer auf langes Leben ausgerichtet ist ;-)

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Auf dem Weg zum und auf den Berg kamen wir über einen langen Wandelgang und auch noch an den Gemächern der Kaisermutter vorbei. In diesen Gemächern gab es einst die erste elektrische Lampe Chinas. Vom buddhistischen Tempel auf dem Berg hatte ich eine schöne Aussicht auf den See. Auch den Buddha ganz oben konnte ich bestaunen.

Hier einige Impressionen unseres Spaziergangs am See entlang. Die Ente – die wir leider nur von hinten sahen und nicht direkt daran vorbeikamen, der Garten ist eben viel zu weitläufig – begleitete uns aber immer wieder; und wir hatten unseren Spaß mit vielen Fotos.

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Hier ein ewig langer Wandelgang

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Auf dem weiteren Weg durch die Anlage kamen wir noch am Marmorschiff vorbei. Es soll die Ewigkeit der Qin-Dynastie verkörpern. Der Rumpf ist aus Marmor und die Aufbauten aus Holz. Es kann natürlich mit diesen Materialien nicht schwimmen.

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Durch einen schönen Park gingen wir dann zum Mittagessen.

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Nach der Mittagspause gingen wir noch über einen Markt und handelten viel. Man kann sich diesen Markt wie den Polenmarkt vorstellen, allerdings in mehreren Etagen. Aber eben auch mit Plagiatswaren und vom Flair her ähnlich. Ich habe dort allerdings nichts gekauft. Wir tranken nach einem Bummel im Café nebenan noch einen leckeren Latte.

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Auf unserer Rückfahrt kamen wir wieder am Platz des himmlischen Friedens vorbei und sahen, dass die russische Flagge gehisst war. Plötzlich Stau, die gegenüberliegende Straße war bereits leer und es kamen lauter große Limousinen vorgefahren. Danach die gepanzerte Staatskarosse mit Medwedjew.

Also: Mauer gesehen, Ente gesehen – und sogar noch Medwedjew! ;-)

Es war gegen 17:00 Uhr, fast schon Rush-Hour in Peking, die Straße für zehn Minuten ein riesiger sechsspuriger Parkplatz – eine Seite wohlgemerkt! – aber als der Konvoi durch war, ging es sofort zur Tagesordnung über und der Verkehr rollte schnurstracks weiter, als wäre nichts gewesen.

Nach einem Stündchen im Hotel fuhren wir los zum Abschlussessen: Peking-Ente! Unmittelbar vor der Abfahrt hatten wir aber noch das Bedürfnis, uns bei Yangyang für die tollen zwei Wochen Begleitung durch China zu bedanken. Sie hat uns ihr Land mit sehr viel Begeisterung näher gebracht und uns wunderbare Ecken dieses riesigen Landes gezeigt. Dieser Abschied war nicht nur für uns ein trauriges Kapitel dieser Reise, auch Yangyang war sehr gerührt. Auch von hier aus noch einmal ein Riesen-Dankeschön an sie.

Auch bei uns gibt’s ja zuweilen Peking-Ente. Aber das Original versprach eine überaus leckere Angelegenheit zu werden.

Die richtigen Peking-Enten werden natürlich in der Umgebung von Peking gezüchtet. Es hatte sich einst herausgestellt, dass das Futter an einem bestimmten Fluss überaus lecker ist und die Enten dann einfach besser schmecken.

Die Ente wird noch immer dort gezüchtet und noch sehr jung mit nur zwei Monaten geschlachtet. Dann wird zwischen haut und Fleisch Luft gespritzt und die Ente 24 aufgehängt zum Trocknen. Erst dann wandert sie in den Ofen und wird 45 im Ofen gegrillt, nachdem sie noch mit Zuckerwasser behandelt wurde, damit die Haut richtig knusprig und wohlschmeckend wird.

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Die fettigen Teile nimmt man weg und am Ende wiegt die Ente insgesamt nur noch etwa 1 kg und reicht gerade für zwei Personen.

Schlauerweise hat man uns beim Entenessen erst mal eine ganze Menge chinesische Kostbarkeiten serviert – wie hier z.B. Fisch – , sodass wir auf jeden Fall keine halbe Ente mehr reingekriegt haben ;-)

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Das Lokal war übrigens ein typisch chinesisches Lokal und Yangyang versicherte uns, dass dort nur Chinesen hingehen – sie übrigens auch! – und keine Langnasen dort seien. Es stimmte!

Das Entenessen ist eine kleine Wissenschaft für sich. Zunächst zeigte uns der Koch, wie man die Ente genussfertig vorbereitet. Er schnitt sie vor unseren Augen und zeigte, wie es geht. Die anderen Enten für unsere Gruppe wurden jedoch in der Küche vorbereitet, sonst wären wir sicher an dem Abend nicht mehr fertig geworden.

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Das Essen selbst erklärte uns dann Yangyang. Es gab hauchdünne kleine Fladen – so ca. 10 cm Durchmesser. Auf diese legte man einige Stücke Entenfleisch, das man aber vorher in die besondere Peking-Enten-Soße getunkt hatte. Das ist so eine Art von Soja-Soße mit Weizenkleie, die mich stark von der Konsistenz her und vom Aussehen an Crema di Balsamico erinnerte. Dazu wurden Lauch- und Gurkenstreifen mit aufgelegt und das ganze zusammengerollt. Diese kleine „Frühlingsrolle“ darf man dann mit den Fingern essen. Es war äußerst schmackhaft! Dazu gab es noch etwas Knuspriges – chinesische Pommes ;-) Es waren offensichtlich geröstete Nudeln.

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diese drei letzten Fotos von Klaus – Danke!

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Es war ein sehr schönes Erlebnis zum Abschluss unserer Reise.

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Yangyangs Sprüche

Unsere Reiseleiterin Yanyang – mit Sicherheit eine der Besten in ganz China! – hat uns immer wieder mit witzigen Sprüchen und Weisheiten zum Schmunzeln gebracht. Hier eine kleine Sammlung zur Erinnerung:

Im Süden Chinas essen die Menschen fast alles. „Die Kantonesen (Region neben Hongkong) essen alles mit Flügeln – außer Flugzeuge. Und die essen auch alles mit vier Beinen – außer Tische und Stühle.“

„Die jungen Leute kommen heute alle mit BMW zur Arbeit. B – wie Bike oder Bus, M – wie Metro oder W – wie Walking“

Oder:  Auch die Landleute kann man als BMW bezeichnen:  „Bauern mit Wasserbüffeln“

Zum Verhalten an den Ampeln. „Rot bedeutet – man kann gehen, gelb – man soll gehen und grün – man muss gehen!“

Beschreibung der Altstadt von Shanghai: „Die Altstadt sieht am Tag ohne Beleuchtung wie Sozialismus aus und am Abend mit Beleuchtung wie Kapitalismus.“

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Yangyang heißt mit dem Nachnamen Wang  – übersetzt heißt das König und es ist der häufigste Name in China. Sie bat uns sie mit dem Vornamen anzusprechen und erzählte, dass ein früherer Reiseteilnehmer sie am letzten Tag der Reise endlich mal ansprach und zu ihr „Wang-Wang“ sagte. Allerdings ist das die Übersetzung für „kleines Hündchen“.

In der Geisterstadt sollten die Frauen immer die Schwellen mit dem rechten Bein zuerst überschreiten, die Männer mit links. Yangyang fragte uns, warum die Frauen immer mit rechts gehen müssen? “Weil sie immer Recht haben!”

Gleich noch einen drauf: “Zwei Dinge sind unkontrollierbar! Das Wetter – und die Frauen!”

Überall gibt es eigene Dialekte. Im Süden sprechen die Menschen in vielen Regionen Kantonesisch. „Das ist das China-Bayrisch.“

In der Diskussion um den Straßenverkehr:  „Der Busfahrer hat Angst vor dem Taxifahrer, der Taxifahrer vor den Fahrrädern und diese vor den Fußgängern. Die Fußgänger haben Angst vor nichts!“

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Mädchen in China heiraten heute oft nicht mehr wegen der Liebe sondern mit dem Blick auf drei Schlüssel: Einen Schlüssel für eine Wohnung, einen zweiten Schlüssel für das Auto und den dritten Schlüssel für den Safe oder das Sparkonto.

Eine Frau ist immer teuer, aber ein Kind ist auch nicht billig.

Wir sind viel unterwegs und Yangyang erklärte viel und beantwortet auch in persönlichen Gesprächen viele Fragen. „Meine Füße sind am Abend kein Problem, aber meine Zunge!“

„Der Wandelgang (im Sommerpalast) ist so lang, dass ein Paar, dass sich gerade kennengelernt hat und den Gang entlanggeht, am Ende schon das Hochzeitdatum festlegen kann.“

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Manch Interessantes zu China

Organisation des Landes:

In China gibt es vier Städte , die ähnlich wie bei uns Hamburg oder Berlin freie Städte sind. Shanghai, Peking, Chongqing und Tianjin.

Dazu gibt es 23 Provinzen und fünf autonome Gebiete, wie z.B. Tibet und die innere Mongolei – sowie zwei Sonderverwaltungszonen – Hongkong und Macao.

Natur:

Der Jangtse ist der längste Fluss in China mit 6380 km Länge. Der Huang He, international als der gelbe Fluss wegen seiner vielen Sedimente bekannt, ist der zweitlängste Fluss in China.

Im Süden Chinas wird sehr viel Reis angebaut, dort gibt es sogar 2-3 Ernten pro Jahr. Im Norden gibt es zwar auch Reisanbau, aber nur eine Ernte pro Jahr. Dazu werden auch Weizen und andere Getreidesorten angebaut. Das wirkt sich auch auf das Essverhalten der Chinesen aus. Im Süden isst man sehr viel Reis im Norden eher Nudeln. Deshalb spricht man auch vom Reis-China im Süden und Nudel-China im Norden.

Zum Straßenverkehr:

Der Autoverkehr in den Großstädten ist der pure Wahnsinn. Gerade in der Rush-Hour stehen die Straßen voll. Die Fahrweise ist für unsere deutschen Verhältnisse chaotisch. Aber irgendwie sortieren sich die Autos trotz ständigem Spurwechsel immer wieder gut ein. Es gab häufig auch echt brenzlige Situationen, aber § 1 der Straßenverkehrsordnung wird hier sehr gut gelebt. Allerdings sind die Busfahrer alle sehr, sehr gute Fahrer. Manchmal hab ich mich gefragt, wie der Bus aus irgendeiner Parkposition eigentlich wieder rauskommen will – oder auch wie in irgendeine Lücke eigentlich hinein?

Die Autos hupen hier sehr viel. Es ist jedoch kein Anhupen bei Fehlern, wie das in Deutschland oftmals praktiziert wird. Es ist einfach der Hinweis: Achtung, hier kommt ein Auto, pass auf!

Amüsiert haben wir uns immer wieder über so manchen Fahrradfahrer. Mit einem Hänger am Rad mit riesiger Ladung balancieren sie durch die vollen Straßen – oder manchmal auch nachts – natürlich ohne Licht! Es ist hier nicht üblich, dass man als Radfahrer oder Mopedfahrer nachts Licht anmacht.

Erstaunlicherweise haben wir allerdings nur sehr, sehr wenige Unfälle gesehen. Kleine Blechschäden kam auf unserer Reise in zwei Fällen mal vor, aber sonst nichts. Irgendwie schaffen es die Fahrer mit sehr viel Aufmerksamkeit immer wieder, ihr Fahrzeug noch rechtzeitig vor dem Knall zum Stillstand zu bringen. Manchmal sind es jedoch auch bei unserem Bus nur wenige Millimeter.

Vermischtes:

Im Chinesischen haben Zahlen eine große Bedeutung. Die 8 zum Beispiel symbolisiert Reichtum, die 3,6 und 9 hingegen ein langes Leben. Dieser Wunsch nach einem langen Leben hat in China eine sehr große Tradition. Viele Tempel tragen den Namen der Langlebigkeit, aber auch andere Bauwerke und Sehenswürdigkeiten. Die Chinesen wünschen immer ein langes Leben.

Die 8 hat aber auch in der Auto-Zulassung eine große Bedeutung. In Peking haben ca. eine Million Autos die 8 am Ende, die 4 jedoch nur etwa 30.000. Die 4 ist die unbeliebteste Zahl, da sie in etwa genauso gesprochen wird wie „Tod“.

Auch Hotels haben oftmals weder eine 4. noch eine 14. Etage. Die 13. Etage übrigens genauso wie in Deutschland auch nicht.

China hat mit Chongqing die größte Stadt der Welt. Shanghai ist die teuerste Stadt in China, Xi´an hat die größten Wasserspiele in Asien.

In China hat jede Stadt und fast jedes Dorf seinen eigenen Dialekt. Allerdings sind die Schriftzeichen alle gleich. Auch lernen die Kinder in der Schule alle Mandarin. Die Alten können jedoch oft nur den Dialekt. Darauf sind die Menschen auch sehr stolz. Insbesondere die Shanghaier. Dort ist sogar die Partnerwahl sehr abhängig von der Herkunft. Ein Schanghaier – möglichst noch aus dem richtigen Stadtbezirk – ist eher Willkommen als ein zugezogener Partner.

In der Shanghaier Altstadt gibt es noch ein für uns witziges Phänomen. Die Leute gehen oft nur mit einem Schlafanzug und Pantoffeln bekleidet auf die Straße. Wir wollten es gar nicht glauben, haben es aber letztendlich mit eigenen Augen gesehen!

Die chinesische Geschichte ist für mich ja eigentlich wie ein Buch mit sieben Siegeln. Aber Yangyang versuchte uns einen kleinen überschaubaren Überblick zu vermitteln.

Es gibt drei wichtige Dynastien, die die Entwicklung in China sehr vorangetrieben haben. Eine wichtige Dynastie war die Qin-Dynastie von 221-206 v.u.Z. Das war die Dynastie mit dem Kaiser, der die Terrakottaarmee in seine Grabstätte stellen ließ. Unter den Qin wurden zahlreiche Reformen und Vereinheitlichungen durchgeführt. Maße und Gewichte wurden vereinheitlicht, das Rechtssystem reformiert, ein straffes Steuersystem eingeführt. Auch die chinesischen Schrift wurde in einer großen Reform vereinheitlicht. Und der Kaiser war extrem bauwütig. Er hat unter anderem die Mauer, die damals bereits in Teilen bestand, zu einem großen Bauwerk zusammenfügen lassen.

Eine weitere wichtige Dynastie war die Han-Dynastie die sich sozusagen anschloss und von 200 vor bis 200 nach Christi ging.

Als dritte wichtige Dynastie wurde die Tang-Dynastie von 618 – 907 unserer Zeitrechnung gesehen. Die Tang-Dynastie war eine der kulturellen und politischen Höhepunkte Chinas. China dehnte sich in dieser Zeit politisch bis nach Korea, Vietnam und Innerasien aus.

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Abschied von China

Dienstag, 22. Oktober 2013

Heute war es nun soweit. Der Abschied von einem faszinierenden Land naht. Kofferpacken, diese vor die Tür stellen, noch ein ausgiebiges Frühstück und um 10 Uhr geht’s ab Hotel los zum Internationalen Flughafen Peking für den Rückflug.

Wir checkten ein, Yangang half uns noch, unsere Wunschplätze zu bekommen. Mein Koffer wog doch tatsächlich gerade mal 22,5 kg. Ein klitzekleines bissel hätte ich sogar noch Luft gehabt! Und einen Fensterplatz bekam ich auch! ;-)

Die Zeit am Flughafen vertrullerten wir. Ich arbeitete an den Bildern, da ich sehr viele Fotos von uns allen gemacht hatte und diese dann im Flieger überspielen wollte. Am Flughafen hatte ich ja noch Strom.

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Wir flogen mit reichlich einer Stunde Verspätung kurz nach 15:00 Uhr los. Der Flieger war sogar nicht ganz ausgebucht und wir hatten den Mittelplatz frei. Das ist dann doch ein gewisser Komfort bei Langflügen.

Die Route war sehr interessant. Erst flogen wir eine große Schleife rechts um Peking, dann über Ulanbaator, Baikalsee, Irkutsk, Krasnojarsk, Tomsk, Vilnius über Berlin – schade, dass ich da nicht abspringen konnte ;-)

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Der Flug war letztendlich recht kurzweilig. Wir flogen den ganzen Nachmittag und Abend stundenlang mit dem Blick auf den Sonnenuntergang. Erst kurz vor der Landung wurde es durch die Verspätung dunkel. Nach knapp über neun Stunden Flug  landeten wir kurz nach 19:00 Uhr in Frankfurt.

Ich war total verblüfft, dass ich an meinem Sitzplatz sogar eine Steckdose hatte! Damit war natürlich das Arbeiten am PC während des Fluges unendlich lang möglich. Nur als ich alle Bilder fertig hatte und meine Blog-Beiträge abschreiben wollte übermannte mich die Müdigkeit. Ich habs doch tatsächlich geschafft, ein Stündchen so etwas ähnliches wie zu schlafen.

Die Verspätung war kein Problem, unser Anschlussflieger ging erst später. Allerdings hatten einige schon ihre Probleme, da die Anschlussflüge und –Züge zu knapp geplant waren.

23:00 Uhr dann Dresden, ich war so müde, dass ich zwischen Landung und Aussteigen wieder richtig eingeschlafen war. ;-) Immerhin war es nach alter Zeit morgens um 5:00 Uhr.

Wir wurden abgeholt und halb 1 stieg ich in Cottbus in mein Auto um. Die Fahrt war nicht ganz einfach. Ich hatte riesige Angst vor der Müdigkeit, aber ich habs mit kurzen Bewegungspausen gut nach Hause geschafft.

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